Berlin : Berliner Polizei: Direktor erst befördert - und dann sofort versetzt

Otto Diederichs

Die Berliner Polizei steckt offensichtlich in einer Führungskrise. Mit sofortiger Wirkung hat Landesschutzpolizeidirektor Gernot Piestert am vergangenen Montag die Leiter der Polizeidirektion 2 (Spandau, Charlottenburg, Wilmersdorf), Klaus Keese, und Polizeidirektion 6 (Köpenick, Treptow, Friedrichshain und Lichtenberg), Michael Kreckel, ausgetauscht. Nach Ablauf der einjährigen Probezeit war Kreckel erst vor wenigen Tagen zum Direktionsleiter ernannt und zum Leitenden Polizeidirektor befördert worden.

Dass Krekel nun umgesetzt wird, deutet auf schwere Auseinandersetzungen oder Verfehlungen hin. Für die Beamten der betroffenen Dienststellen kam die Nachricht völlig überraschend, in der gesamten Berliner Polizei ist die Personalie derzeit Gesprächsthema. Offiziell allerdings wird gemauert, von der Polizeiführung ist keine Stellungnahme zu erhalten. In Personalangelegenheiten, so Gabriele Gedaschke, die Leiterin der Polizeipressestelle, gebe man grundsätzlich keine Auskünfte. Auch die Gewerkschaften hüllen sich in Schweigen. Kein Kommentar, heisst es unisono bei der Berliner Gewerkschaft der Polizei und beim Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Allgemein wird Michael Kreckel bereits seit längerem Führungsschwäche nachgesagt. Er habe seine Direktion schlichtweg "nicht im Griff" gehabt und sich laufend mit seinen Mitarbeitern angelegt. Zwischen dem Direktionsleiter und seinen Führungsbeamten soll es immer wieder zu erheblichen Spannungen gekommen sein. Und auch mit dem Personalrat seiner Direktion habe es immer wieder "schwere Auseinandersetzungen" gegeben. Bedenken gegen Kreckel waren schon vor gut einem Jahr laut geworden - damals war er probeweise als Direktionsleiter eingesetzt.

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