Berlin : Berliner Polizei: Elektroschocker im Test

babs/weso

Was man bislang nur als Ausstattung US-amerikanischer Polizisten oder etwa als Selbstverteidigungswaffe für Frauen kennt, soll jetzt bei der Berliner Polizei angewandt werden. Die Polizei prüft seit Anfang dieses Jahres den Einsatz von Elektroschockgeräten. Mit diesen werden - eine erfolgreiche Testphase vorausgesetzt - die Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei ausgerüstet. Die Projektgruppe "Advanced Air Taser" prüft zwei Exemplare von Elektroschockpistolen. Sie verfügen sogar über eine Laserzieleinrichtung.

Aus einer Entfernung von bis zu sieben Metern abgefeuert, lähmen die Projektile den Angeschossenen kurzzeitig. Die Spannung von 50 000 Volt bewirkt, dass das Zentralnervensystem vorübergehend außer Gefecht gesetzt wird. Der Angeschossene verliert die Kontrolle über seine Muskeln und wird sofort handlungsunfähig. Im Selbstversuch bilanzierten SEK-Beamte: "Unangenehm, aber keine Nachwirkungen." Für den Abteilungsleiter im Landeskriminalamt, Martin Textor, wird es "nicht viele Situationen geben, in denen wir diese Waffe einsetzen". Für sie gelten dieselben Bestimmungen wie für die Dienstpistolen. Das Elektroschockgerät ist für Textor keine "Aufrüstung der Polizei", sondern vielmehr eine Abrüstung, denn es könne helfen, Täter außer Gefecht zu setzen, gegen die sonst die Schusswaffe eingesetzt worden wäre.

Bislang wurden die Waffen allerdings noch bei keinem Fall angewendet. Wenn ein SEK-Beamter zum ersten Mal die Waffe zückt und gegen einen Menschen richtet, soll über den Ablauf des Einsatzes und die Wirkung der Waffe ein Bericht verfasst werden. Auf Grundlage des Berichts entscheidet dann die Polizei, ob der Test weiterlaufen soll. Eine Entscheidung über die standardmäßige Ausstattung falle später, hieß es bei der Polizei.

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