Berliner Polizei : Etwas kürzer

Ein Hauch von Männerdiskriminierung: Bernd Matthies über einen kleinen Unterschied in der Berliner Polizei.

Bernd Matthies
Bernd Matthies, Redakteur für besondere Aufgaben.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Das Hauptproblem des Polizisten ist der sogenannte unmittelbare Zwang. Ihn muss er nach Kräften ausüben, und das geht am besten, wenn er zwei Meter groß ist und über einen Körperbau à la Terminator gebietet. Wenn der Innensenator aber nur solche Leute einstellen würde, hätte er verdammt wenig Polizisten.

Die tatsächlichen Kriterien sind erheblich bescheidener. Aus der Antwort des Innensenators auf eine verdienstvolle Anfrage des CDU-Abgeordneten Wansner wissen wir nun: Frauen unter 1,60 und Männer unter 1,65 Meter dürfen in Berlin nicht Polizist werden. Das ist erreichbar: Nur 46 von 70.000 Bewerbern fielen in acht Jahren durch. Der Abgeordnete sorgte sich außerdem, diese Regelung könne den bekanntlich im Durchschnitt etwas kürzer geratenen Migranten die Polizeikarriere verderben – doch nur eine Türkin und ein Mann türkischer Herkunft scheiterten.

Die Regel hat aber einen Hauch von Männerdiskriminierung. Denn sie unterstellt irrig, dass eine Frau von 1,60 eher kräftig hinlangen kann als ein Mann, der 1,64 Meter groß ist. Gleichstellungsbeauftragte: Übernehmen Sie!

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