Berliner Promis und Silvester : Walzer und Wünsche

Was sich Prominente für 2012 vornehmen, wie sie Silvester verbringen - und wer unbedingt einen Wiener Walzer tanzen will.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich Foto: Kai-Uwe Heinrich tsp
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So mancher wird Schauspieler Robert Stadlober („Sonnenallee“) beneiden. Den Jahreswechsel wird der 29-jährige Kreuzberger auf dem Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ in der Karibik verbringen. Bei seinem Silvesterritual könnte er aber Schwierigkeiten bekommen. „Ich will da unbedingt einen Wiener Walzer tanzen, wie wir das bei uns in Österreich immer machen. Hoffentlich finde ich da jemanden, der einen spielt“, sagt der Deutsch-Österreicher. Im neuen Jahr will er endlich den Führerschein fürs Auto und Motorrad machen. „Das will ich eigentlich jedes Jahr, klappt aber nie.“ Warum? Zeitmangel und, ja doch, Faulheit.

Im Warmen ist auch Schauspielkollegin Jana Pallaske (32, „Männerherzen“), und zwar auf einer Insel. Ihre Vorsätze will sie lieber für sich behalten, sagt die Treptowerin. Nur so viel: Einige Filmprojekte will sie endlich beenden.

So ziemlich jeder Mensch hat bekanntlich so seine lieben Vorsätze fürs neue Jahr, auch wenn die sich erfahrungsgemäß meist sehr schnell erledigt haben. Auch die DAK-Krankenkasse hat sich in der Stadt umgehört und meldet Folgendes: 58 Prozent der Berliner haben den festen Vorsatz, etwas für ihre Fitness zu tun; im Vorjahr landete der Fitness-Vorsatz mit 48 Prozent auf Platz drei. Platz zwei und drei der am meisten genannten Vorsätze belegen mit je 55 Prozent Stressabbau und der Wunsch, sich mehr Zeit für Familie und Freunde zu nehmen. Etwas seltener wird die Absicht genannt, sich gesünder zu ernähren (47 Prozent). Abnehmen wollen 37 Prozent.

Ja, ja, das mit der Diät kenne auch er, sagt Schauspieler Sky du Mont. Dieser Vorsatz sei allerdings absoluter Quatsch, das wisse er aus dem Vorjahr. „Der Vorsatz, weniger Süßigkeiten in mich reinzustopfen, hat grob geschätzt 35 Sekunden gehalten – absolut sinnlos“, sagt der 64-Jährige. Er hat sich was ganz anderes vorgenommen: „Ich will im neuen Jahr endlich den Garten vor meinem Haus umgraben.“ Obwohl – „es regnet ja ständig, da habe ich wieder eine Ausrede.“

Designerin Anna von Griesheim, 45, die am Ludwigkirchplatz in Wilmersdorf lebt, sehnt sich nach mehr privaten Abenden mit einem Buch, um mal zur Ruhe zu kommen. „Ich will endlich darauf achten, mehr zu tun, was ich toll finde. Und ich will auch mal ,Nein’ sagen können“, sagt sie. Und ein Buch möchte sie schreiben, „über Inneneinrichtung“. Aber, merkt sie an, so richtig konsequent sei auch sie nicht mit ihren Vorsätzen. „Ich bin halt ’ne Chaosbraut.“

Modedesigner Michael Michalsky, 44, findet all die vielen Rituale für die Silvesternacht eher „langweilig“. Er bleibt rein geschäftlich und nimmt sich vor, die schönste Kollektion zu entwerfen. „Aber das mache ich jedes Jahr“, sagt er. Dass es auch dämliche Vorsätze gibt, glaubt er nicht. „Zum Zeitpunkt des Wunsches oder der Idee glaubt man an seine Vorstellungen, sonst würde man sie nicht formulieren“, sagt er. Ob Ich+Ich-Sänger Adel Tawil, 33, deswegen erst gar keine Vorsätze fasst? Den Jahreswechsel will er jedenfalls mit einem leckeren Gänsebraten in den USA feiern, dort nimmt er gerade ein neues Album auf.

Foto: dapd Foto: ddp
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Moderatorin Mirjam Weichselbrauns Silvesternacht ist nahezu auf die Sekunde vorgegeben, denn die 30-Jährige moderiert die große Feier am Brandenburger Tor. Wenn die Gäste um 24 Uhr die Raketen in die Luft jagen, sucht die Österreicherin nach einem Tanzpartner. „Ich tanze gerne um Mitternacht einen Donauwalzer. Ich glaube, ich werde mir dieses Jahr am Brandenburger Tor einfach spontan jemanden schnappen“, sagt sie. Neujahrsvorsätze hat sie nicht. „Ich finde das generell dämlich. Gut, häufig will ich neue Sprachen lernen, das klappt dann in der Regel doch nicht“, sagt sie. Dafür blicke sie am Jahresende auf das vergangene Jahr zurück. „Das ist bei mir meistens ein bisschen sentimental.“

Bei Berlinale-Chef Dieter Kosslick, 63, wird der Silvesterabend ganz unspektakulär verlaufen. Nach dem Feuerwerk geht es ins Bett. Denn Kosslick will am Neujahrsmorgen fit sein, um Neujahrshefebretzeln zum Frühstück zu backen. Von Vorsätzen hält er ebenfalls nichts.

Schauspieler Ludger Pistor (52, „Balko“, „Casino Royal“) hat auch keine Vorhaben. „Ich bin Hindu und glaube nicht an den Kalender, deswegen bin ich da nicht so aufgeregt“, sagt er. Im Hinduismus sei der Jahreswechsel erst im Februar. Raketen will Pistor dann trotzdem nicht abschießen. Ganz anders Marek Erhardt, Schauspieler und Enkel von Heinz Erhardt. Der 42-Jährige hatte sich für dieses Jahr ein großes Feuerwerksraketensystem besorgt. Das kann er nun doch nicht abfeuern, denn er feiert in New York. Aber die Glücksraketen, die er jedes Jahr für die Familienmitglieder in den Himmel jagt, findet er sicherlich auch in den USA. Vorsätze hat er nicht. „Das finde ich total affig. Wenn sie nicht eingehalten werden, ist man frustriert“, sagt er. Er brauche keinen Jahreswechsel, um sich zu ändern. Aber wohl etwas mehr Durchhaltevermögen, denn mit dem Rauchen aufzuhören, hat nicht geklappt. Christoph Spangenberg

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