• Berliner Protestfahrt: Trotz der großen Trucker-Protestfahrt plant die BVG erst einmal nicht mit zusätzlichen Zügen

Berlin : Berliner Protestfahrt: Trotz der großen Trucker-Protestfahrt plant die BVG erst einmal nicht mit zusätzlichen Zügen

Klaus Kurpjuweit

Die Verkehrsbetriebe werden zur heutigen Trucker-Protestfahrt bis auf wenige Ausnahmen trotz der Aufforderung, auf den Schienenverkehr umzusteigen, nicht mehr Bahnen fahren lassen als sonst, aber Reserven bereitstellen. Diese Fahrzeuge sollen flexibel eingesetzt werden. In den Bussen und in den Straßenbahnen wird man dem Stau dagegen kaum ausweichen können. "Es kann eng werden," sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Viele U-Bahnen sind bereits heute im Berufsverkehr voll besetzt. Die BVG hat, um Kosten zu sparen, in den vergangenen Jahren ihre Fahrzeugreserve drastisch gesenkt. Auch Personal für zusätzliche Fahrten ist nach dem Stellenabbau der vergangenen Jahre kaum noch vorhanden. Engpässe gibt es hier bereits im Regelbetrieb.

Auch die S-Bahn will nach Angaben ihres Sprechers Ingo Priegnitz im Außenbereich ihre neun im Netz verteilten Reservezüge kurzfristig je nach Bedarf auf die Strecke schicken. In der Innenstadt fahren die Züge planmäßig alle drei bis fünf Minuten. Die S-Bahn hat zuletzt nach einem Radbruch an einem Fahrzeug ihre Baureihe 476 aus den 20er und 30er Jahren ausgemustert, die als Reservefahrzeuge vorgesehen waren. Mehr Fahrten gebe es planmäßig nur auf der S 1 zwischen Birkenwerder und Anhalter Bahnhof, sagte Priegnitz. Dort gab es in jüngster Zeit deutlich mehr Fahrgäste.

Nur mit dem üblichen Angebot sind auch die Züge des Regionalverkehrs unterwegs, die meist noch freie Plätze hätten, wie Bahnsprecher Achim Stauß sagte. Die Bahn kann auf der dicht belegten Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof nicht mehr Züge fahren lassen, weil dies die Signalanlagen nicht zulassen. Beliebig verlängern kann sie die Züge auch nicht, weil für mehr Wagen nicht an jedem Bahnsteig der Platz reicht.

Busse und Straßenbahnen werden bei Bedarf umgeleitet, kündigte Wazlak an. Pläne dazu habe man vorbereitet. Informationen soll es überall geben. Auch in den U-Bahnen sollen die Fahrer den Fahrgästen mitteilen, wie die Situation an der Oberfläche ist.

Der Einzelfahrschein zu 4 Mark fürs Stadtgebiet (Tarif AB) gilt heute als Tageskarte. Mit den Umlandgemeinden sei diese kurzfristige Entscheidung von BVG, S-Bahn und Regionalbahn nicht mehr vereinbar gewesen, sagte Wazlak. Informationen zu den Fahrmöglichkeiten gibt es bei der S-Bahn unter der Telefon-Nummer 297 19 843 und bei der BVG unter 19 4 49.

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