Berlin : Berliner radeln so viel wie noch nie Zahl der Unfälle nimmt dennoch seit Jahren ab

Der Anteil des Fahrradverkehrs in der Berliner Innenstadt wächst immer schneller. Als prominentes Beispiel nannten Verkehrsplaner gestern den Bereich Straße des 17. Juni und Unter den Linden, wo sie allein während der vergangenen drei Jahre rund 30 Prozent Zuwachs registrierten. Für andere Orte, wo regelmäßig gezählt wird, präsentierte die Verwaltung Vergleichszahlen von 2001 bis August 2007. Sie zeigen für die Spandauer / Karl-Liebknecht-Straße nahe dem Alexanderplatz ein Plus von 37 Prozent. An der Zossener / Blücherstraße in Kreuzberg wurden 34 Prozent mehr Radler gezählt. Selbst an der für Radfahrer problematischen Langen Brücke in Köpenick wurde ein Plus von 27 Prozent registriert.

Präsentiert wurden die Zahlen bei einer Radtour mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) zur „Europäischen Woche der Mobilität“. Seit 1990 wuchs der Radverkehrsanteil laut Verwaltung stadtweit um 46 Prozent.

Trotz der Zunahme des Fahrradverkehrs ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern in den letzten Jahren zurückgegangen. Im Jahr 2003 verunglückten noch 24 Radler tödlich, im vergangenen Jahr waren es sechs, in diesem Jahr sind bisher zwölf Radfahrer getötet worden.

Dass aber auch Radfahrer zur Gefahr werden, zeigen jüngste Beispiele. So prallte am Mittwoch gegen 22 Uhr ein Radfahrer in der Ribnitzer Straße in Lichtenberg mit einem Polizisten zusammen, der ihn wegen fehlender Beleuchtung anhalten wollte. Der Beamte brach sich bei dem Zusammenstoß einen Mittelhandknochen. Und am Donnerstagmorgen fuhr eine Radfahrerin in der Müggelheimer Straße in Köpenick eine 76-jährige Fußgängerin an, die stürzte und schwere Kopfverletzungen erlitt. Die Polizei fahndet nach der Radfahrerin, die ihren ihren Weg unverletzt fortsetzte. obs

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