• Berliner rauchen und trinken sich zu Tode Gesundheitsbericht enthüllt erschreckende Zahlen zur Sucht

Berlin : Berliner rauchen und trinken sich zu Tode Gesundheitsbericht enthüllt erschreckende Zahlen zur Sucht

Ingo Bach

Die Gesundheitssenatorin Heidi Knake- Werner schlägt Alarm: Tausende Klinikaufenthalte und Todesfälle seien vermeidbar, wenn die Berliner deutlich weniger legale Drogen wie Alkohol und Nikotin konsumierten. Nach dem jetzt von der Gesundheitsverwaltung vorgelegten Gesundheitsbericht starben im Jahr 2000 rund 1300 Menschen einen vermeidbaren Tod durch eine alkoholbedingte Leberzirrhose oder einen tabakbedingten Lungenkrebs. 20 000 Alkoholiker mussten im Krankenhaus behandelt werden. 500 Klinikbetten – das ist die Größe eines durchschnittlichen Berliner Krankenhauses – seien täglich von Alkoholkranken belegt.

Bei den Männern stehe Alkoholismus nach den Herzkrankheiten an zweiter Stelle der Krankheitsdiagnosen. Und auch die Berlinerinnen sind auffällig: 30 Prozent der Frauen hängen an der Zigarette, weit mehr als der Bundesdurchschnitt. Die Lebenserwartung der Berliner würde deutlich steigen, wenn wir die vermeidbaren Sterbefälle reduzieren könnten“, sagte Knake-Werner. Im vergangenen Jahr diagnostizierten die Ärzte bei 9500 Patienten Lungenkrebs durch übermäßiges Rauchen – täglich werden knapp 340 Berliner Krankenhausbetten für deren Behandlung benötigt.

Gerade die sozial schwachen Bezirke sind auch die mit dem höchsten Risiko, dem Alkohol zu erliegen. Die meisten Männer starben in Friedrichshain und in Prenzlauer Berg am Suff, die meisten Frauen in Wedding und in Prenzlauer Berg. Eine ähnliche Tendenz gilt für die Nikotinabhängigkeit. So starben beispielsweise in Neukölln weit mehr Menschen an Lungenkrebs als in Steglitz-Zehlendorf.

„In Berlin gibt es eine zunehmende Flucht in legale Drogen“, sagt Knake-Werners Sprecherin Roswitha Steinbrenner. „Und dies hängt offensichtlich auch mit den Lebensumständen zusammen.“

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