Berliner Ring : Elf Fahrzeuge von Brücke mit Steinen beworfen

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet: Unbekannte werfen Steine auf Autos und Lastwagen. Von den Tätern fehlt jede Spur.

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Rangsdorf/Potsdam - Von den unbekannten Tätern, die im Bereich des südlichen Berliner Rings Steine auf Autos oder Lastwagen geworfen haben, fehlt weiter jede Spur. Der oder die Täter hatten sowohl am vergangenen Freitag als auch in der Nacht zu Montag vom selben Standort aus, einer Fußgängerbrücke bei Rangsdorf (Teltow-Fläming), mit handgroßen Schottersteinen auf die Fahrzeuge gezielt. In der Nacht zu Dienstag sei es ruhig geblieben, sagte Polizeisprecherin Katrin Laurisch. Zuvor war bei den Attacken ein Lkw-Fahrer durch umherfliegende Splitter seiner Frontscheibe am Auge verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat deshalb jetzt Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen. Im Falle einer Verurteilung kann dem Täter damit eine lebenslange Strafe drohen.

In der Nacht zum vergangenen Freitag hatten die unbekannten Steinewerfer das erste Mal zugeschlagen. Von der Brücke am Rande des Gewerbegebiets „Eschenweg“ warfen sie mit Steinen auf Lastwagen. Sechs Lkw wurden getroffen. Zum Teil durchschlugen die Steine die Frontscheibe der Fahrzeuge. In der Nacht zum Montag wurde die zweite Attacke gemeldet: Gegen 0.20 Uhr wurden vier Lastwagen und ein Pkw getroffen. Nach dem Vorfall wurde die A 10 in Fahrtrichtung Hannover in der Nacht zum Montag mehrmals für knapp eine Stunde gesperrt. Eine sofort eingeleitete Suche mit Spürhunden und einem Hubschrauber blieb allerdings erfolglos. Alle betroffenen Fahrer – sowohl am Freitag als auch am Montag – hätten es geschafft, ihre Fahrzeuge kontrolliert auf dem Standstreifen zum Stehen zu bringen, sagte Polizeisprecherin Laurisch. Später seien die Fahrzeuge zu einem nahe gelegenen Parkplatz umgeleitet worden.

Die betroffene Fußgängerbrücke verläuft über der Autobahn, in Höhe der Ortschaften Rangsdorf und Dahlewitz. Die Brücke selbst ist nur durch einen Feldweg angebunden, der zum Gewerbegebiet führt. Etwa 300 Meter von der Brücke entfernt befinden sich das Van-derValk-Hotel sowie ein Gebäude des Triebwerksherstellers Rolls-Royce. „Ringsum ist sehr viel Wald und Wiese“, erklärte Laurisch. Der Weg werde von vielen Fahrradfahrern und Hundebesitzern genutzt.

„Wir haben bislang nicht sehr viele Hinweise gefunden“, sagte Laurisch. Zwar hätten die in der Nacht zum Montag ausgesetzten Spürhunde zunächst eine Fährte aufgenommen. Diese sei jedoch verloren gegangen. Um kein Täterwissen preiszugeben, wolle man über die wenigen Anhaltspunkte zum jetzigen Zeitpunkt nicht informieren. Es sei allerdings auffällig, dass in der Mehrzahl Lkw getroffen wurden. Auch sei es möglich, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Die betroffenen Fahrer konnten bislang keine Hinweise geben. Nur mit viel Glück sei es nicht zu schweren Unfällen oder Massenkarambolagen gekommen, sagte die Polizeisprecherin.

Zu Ostern 2008 hatte ein tragischer Todesfall zu bundesweiten Schlagzeilen geführt. Bei Oldenburg hatte ein Mann einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz von einer Brücke über der A 29 fallen lassen. Der Klotz durchschlug die Windschutzscheibe eines Wagens und verletzte die 33 Jahre alte Olga K. auf dem Beifahrersitz tödlich – vor den Augen ihres Mannes und ihrer beiden sieben und neun Jahre alten Kinder. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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