Berliner S-Bahn : Auch alte S-Bahnen bekommen Kameras

Erst war der Einbau von Kameras in Berlins alte S-Bahn-Züge als zu teuer und technisch problematisch abgelehnt worden. Nun klappt es dank Landeshilfe aber doch.

Bisher sind nur die Bahnsteige der Berliner S-Bahn videoüberwacht.
Bisher sind nur die Bahnsteige der Berliner S-Bahn videoüberwacht.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Jetzt also doch: Auch die älteren S-Bahn-Fahrzeuge der Baureihe 481 aus den Jahren 1996 bis 2004 werden mit Kameras ausgestattet. Die S-Bahn hatte einen Einbau zuvor mit dem Verweis auf hohe Kosten und technische Probleme abgelehnt. Berlin und Brandenburg hätten nun entschieden, dass beim Sanieren der 500 Doppelwagen, intern Viertelzüge genannt, auch ein Videoaufzeichnungssystem installiert werde, teilte die Senatsverkehrsverwaltung jetzt auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Henner Schmidt mit. Zu den Kosten, die nach Angaben der S-Bahn die Länder übernehmen, machte Staatssekretär Stefan Tidow keine Angaben.

Kameras in Bahnen – und Bussen – sind inzwischen Standard bei Verkehrsbetrieben. Auch die bestellten neuen S-Bahnen werden damit ausgestattet. Ihre Vorgänger müssen ohnehin ein umfangreiches Nachrüstungsprogramm durchlaufen, um länger weiter fahren zu können. Neben den technischen Anpassungen seien auch einige zusätzliche „fahrgastwirkame Maßnahmen“ vorgesehen, zu denen der Einbau der Kameras gehöre, heißt es in der Antwort Tidows. Die 150 noch älteren Doppelwagen der Reihen 480 und 485 bleiben kamerafrei, da die Züge nur noch bis 2023 fahren sollen und sich der Einbau damit nicht lohne, heißt es in der Antwort weiter.

S-Bahn noch nicht flächendeckend ausgestattet

Die BVG hat bereits in den größten Teil ihrer Bestandes Kameras eingebaut; auch in alten U-Bahnen. Dort haben alle Fahrzeuge die Videotechnik an Bord. Auch die Bahnhöfe der BVG sind videoüberwacht. Die S-Bahn ist damit noch nicht flächendeckend ausgestattet. Sie nutzt zum Teil Technik, die für den Betrieb vorgesehen ist.

Aufnahmen haben dazu geführt, dass Straftäter ermittelt werden konnten oder diese sich nach der Veröffentlichung selbst stellten. Auch die Zahl der Vandalismusschäden ist nach Kameraeinbauten gesunken.

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