Berlin : Berliner Schaustelle: Gehauen, nicht gesägt

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In zweieinhalb Stunden um den Globus: Der Rundgang "Die Welt in Berlin" macht es möglich. Die Architektin Gisela Trögele leitet die Tour im Rahmen der "Schaustelle Berlin", die an 32 Botschaften und Landesvertretungen vorbeiführt: Von der Russischen Botschaft Unter den Linden geht es bis zu den Nordischen Botschaften am Tiergarten. "Früher haben wir von der Schaustelle Berlin uns nur mit Baustellen beschäftigt. Heute haben wir fertige Gebäude - die sind aber auch ganz sehenswert", sagt Trögele.

Die prunkvolle Russische Botschaft stehe im krassen Gegensatz zur eher nüchternen Polnischen Botschaft gleich gegenüber. Ein Kuriosum: Obwohl Polens Vertretung unter Denkmalschutz steht, wird sie demnächst abgerissen. Vor der Britischen Botschaft an der Wilhelmstraße will Trögele mit dem Gerücht aufräumen, dass dort die Lieblingsfarben der Queen verwandt worden seien. "Dabei handelt es sich um Mischfarben aus der britschen Flagge."

Es geht weiter über den Pariser Platz, an dem die Französische Botschaft in Kürze öffnet, zu den sieben Landesvertretungen "In den Ministergärten". Nach zehn Minuten Fußmarsch ist das Diplomatenviertel an der Tiergartenstraße erreicht. Besonders die Indische Botschaft erfreut das Auge: Gehauen, nicht gesägt, ist der vom Subkontinent eingeführte rote Sandstein an der Fassade. Vorbei an Österreich, Italien, Japan und Griechenland erreicht man die Mexikanische Botschaft an der Klingelhöferstraße - für Gisela Trögele "die Überraschung der neuen Häuser". Die Fassade sei einmalig in Europa, sehr aufwendig und sehr teuer. Letzte Station sind die Nordischen Botschaften: "Fünf Botschaften, die es geschafft haben, sich zusammenzuschließen und zusammen zu bauen. Das schaffen manche Ehepaare nicht!"

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