Berliner Schriftstellerin : Elfriede Brüning im Alter von 103 Jahren gestorben

Elfriede Brüning war das einzige noch lebende Mitglied des in der Weimarer Republik gegründeten Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Nun ist die Autorin in Berlin gestorben.

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Die Schriftstellerin Elfriede Brüning ist am Dienstag im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Das Foto wurde 2010 in ihrer Wohnung aufgenommen.
Die Schriftstellerin Elfriede Brüning ist am Dienstag im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Das Foto wurde 2010 in ihrer...Foto: dpa

Sie wuchs in Prenzlauer Berg auf, als das längst kein Szenebezirk war. Sie machte in der Weimarer Republik beim „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ mit, zusammen mit Bertold Brecht und Anna Seghers. Sie durchlebte die Nazi-Zeit in Berlin als möglichst unpolitische Autorin, wurde aber dennoch festgenommen. Sie kam in der DDR zu kleinem Ruhm mit viel gelesenen Büchern über schwierige Familienverhältnisse; das umstrittenste davon hieß „Kinder ohne Eltern“. Sie erlebte die deutsche Einheit als Untergang ihres Traums vom Sozialismus. Sie wurde eine der ältesten Berlinerinnen; 103. Am Dienstagabend ist die Schriftstellerin Elfriede Brüning gestorben.

"Jeder lebt für sich allein"

Am 8. November 1910 als Tochter einer Näherin und eines Tischlers geboren, fing sie schon als Jugendliche mit dem Schreiben an, zunächst in Feuilletons großer Zeitungen. Auch nach dem Umbruch, den sie als Wiederkehr des Kapitalismus erlebte, schrieb sie weiter und weiter; etwa unter dem programmatischen Titel: „Jeder lebt für sich allein“. Ihren 100. Geburtstag feierte sie noch einmal groß - in der Volksbühne. Nun hinterlässt sie viele Worte und Gedanken zwischen Buchdeckeln. Und einen traurigen Satz über sich: „In der Liebe habe ich nicht viel Glück gehabt.“

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