Berlin : Berliner Schulen: Extra-Geld für Vertretungslehrer

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Schulsenator Klaus Böger (SPD) beschreitet neue Wege, um den Unterrichtsausfall zu senken. Ab sofort erhalten acht Modellschulen zwei Prozent ihrer Personalmittel als Budget zur Verfügung, aus dem sie zeitlich befristet Honorarkräfte einstellen können. Böger hofft, dass auf diese Weise "kein oder nur wenig Unterricht" ausfällt. Die GEW lehnt das Verfahren ab. Sie befürchtet, dass der Lehrerberuf abgewertet wird, wenn "jeder unterrichten kann". Zudem kritisiert sie, dass nicht genutzte Gelder beim Senat verbleiben. Um erkrankte Lehrer zu ersetzen, sei es sinnvoller, Teilzeitkräfte aufzustocken, sagte gestern GEW-Chef Ulrich Thöne.

Er teile einige Bedenken der GEW, sagte gestern Ralf Treptow, Leiter des Pankower Rosa-Luxemburg-Gymnasiums. Aber er hofft dennoch, dass er seiner Schule mit dem Modell hilft. Treptow setzt darauf, dass die strengen Richtlinien gelockert werden und er dann die nicht genutzten Personalmittel für andere Belange der Schule, etwa für Baumaßnahmen, nutzen kann. Vor allem aber will er flexibler auf Krankheitsfälle reagieren können. Neben der Luxemburg-Schule sind an dem Modellprojekt noch sechs berufsbildende Schulen sowie die Spandauer Martin-Buber-Gesamtschule beteiligt. Weitere Einrichtungen sollen dazukommen. Je nach Größe der Schule entsprechen zwei Prozent des Personalbudgets bis zu vollen zwei Stellen.

Zurzeit versucht das Landesschulamt, den Schulen generell 105 Prozent des Personalbedarfs zuzuweisen. Die "überschüssigen" fünf Prozent sollen für Vertretungsbedarf, etwa im Krankheitsfall, eingesetzt werden. In der Praxis sieht es aber so aus, dass viele Schulen nicht einmal 100 Prozent der Lehrerausstattung an Bord haben. Je knapper der Spielraum der Schulen ist, desto stärker drängen sie darauf, in Eigenverantwortung und kurzfristig selbst Honorarkräfte einstellen zu können.

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