Berliner Senat : Volker Pellet nimmt Abschied als Protokollchef

Am Dienstag beschloss der Senat, Thomas Pröpstl zum neuen Protokollchef des Landes Berlin zu ernennen. Am Mittwoch lud der scheidende Protokollchef Volker Pellet zum Abschiedsempfang ins Berliner Rathaus.

von
Das Rote Rathaus in Berlin, in welchem der Abschied von Volker Pellet stattfand.
Das Rote Rathaus in Berlin, in welchem der Abschied von Volker Pellet stattfand.Foto: CaptureLight -iStockphoto

Am Dienstag beschloss der Senat, Thomas Pröpstl zum neuen Protokollchef des Landes Berlin zu ernennen. Am Mittwoch lud der scheidende Protokollchef Volker Pellet zum Abschiedsempfang ins Berliner Rathaus. Als im April bekannt wurde, dass er nach nur zweieinhalb Jahren sein Amt als Protokollchef des Landes Berlin verlässt, wurde viel gemutmaßt über widrige Umstände.

Nur gute Worte zum Abschied

Beim Abschied gab es aber nur gute Worte. Mit frischer Urlaubsbräune wirkte Pellet entspannt und heiter und sprach von einer „wunderbaren Zeit“, die hinter ihm liege. Dieser Job habe ihm Gelegenheit gegeben, die Stadt richtig kennenzulernen – mit ihren Licht- und Schattenseiten.

Staatssekretär Björn Böhning überbrachte Dank des Bürgermeisters

Er sprach von den spannenden kulturellen Orten, die er kennengelernt hat, von Sportereignissen, gekrönten Häuptern am Brandenburger Tor und natürlich von den Panda-Bären. Staatssekretär Björn Böhning überbrachte den Dank des Regierenden Bürgermeisters, lobte Pellets diplomatisches Geschick, sein profundes Wissen und die hervorragende Arbeit, die er geleistet habe.

Die Rückkehr ins Auswärtige Amt sei turnusgemäß, ließ im April die Senatssprecherin verlauten. Sie entspreche der jahrelangen Praxis, seit ein Austausch mit Beamten des Auswärtigen Amtes existiere.

Konflikte waren vorprogrammiert

Vor allem Insider haben an diese Routinelösung freilich nicht recht geglaubt, auch, aber nicht nur wegen der Kürze des Einsatzes. Für Protokollchefs, egal wo sie im Einsatz sind, ist es immer ganz wichtig, dass sie direkt dem Chef unterstellt sind. Das wird in der Regel auch so gehandhabt.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller durchbrach diese Regel, indem er den Bereich „Internationales“ Sawsan Chebli überließ, die aus dem Auswärtigen Amt als Staatssekretärin ins Land Berlin kam. Um Konflikte zu säen, hätte es kaum einen effizienteren Weg gegeben. Einem erfahrenen Diplomaten die Pflege der internationalen Beziehungen und auswärtigen Gäste teils zu entziehen, erschien manchen zumindest als ungeschickt.

Michael Müller ist nicht als gefärbter Salonlöwe bekannt

Schließlich ist der Regierende Bürgermeister nicht gerade als ein in der Wolle gefärbter Salonlöwe bekannt. Da kann ein motivierter Protokollchef an der Seite schon helfen, das Eis zu brechen, mit den richtigen Leuten ins Gespräch zu kommen und eine entspannte Atmosphäre zu kreieren.

Anders als seinem Vorgänger macht es Michael Müller dem Anschein nach nichts aus, bei Empfängen auch mal allein mit seiner Frau oder Mitarbeitern zusammenzustehen, was auch als Ausdruck von sympathischer Bescheidenheit gewertet werden kann, wie sie von SPD-Wählern geschätzt wird.

Thomas Pröpstl freut sich auf die neue Aufgabe

Thomas Pröpstl ist seit 1988 im Auswärtigen Amt, war zuletzt in Paris im Einsatz und davor unter anderem in Accra, Athen, Washington und auch im Protokoll. Einer Mitteilung des Senats zufolge soll er zuständig sein „für offizielle protokollarische Termine, bei denen der Regierende Bürgermeister Gastgeber ist, sowie für Städtepartnerschaften und die Berlin betreffenden Auslandsangelegenheiten“. Auch er war rundum positiv gestimmt und sagte, er freue sich auf die neue Aufgabe.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben