Berlin : Berliner Senatswahl: Sybil Klotz: "Sparen ist noch kein Konzept"

Zum Thema Online Spezial: Rot-Rot in Berlin
Kurzporträt: Der neue Senat "Ein Senat der Besten wird es ganz bestimmt nicht, weil diese abgesagt haben. Mit nur zwei Frauen am Kabinettstisch zieht Berlin nun gleich mit Bayern. Eine Frau, die in der DDR groß geworden ist und gelebt hat, gibt es gleich gar nicht mehr. Und in Schlüsselressorts finden wir Frauen auch nicht mehr. ( ...) Der Ostteil der Stadt wird künftig - um es mit Wolfgang Wieland zu sagen - personell von zwei Söhnen der Nomenklatura repräsentiert, von denen einer schon so gottgleich scheint, dass es auf sein Geschlecht nicht mehr ankommt und er sich in die Rolle einer Frau versetzen kann. ( ...) Am Bedenklichsten jedoch ist der fehlende Zukunftsentwurf, die fehlende Idee, wohin die Reise mit Berlin eigentlich gegen soll. Für den Koalitionsvertrag wäre es gut gewesen, genau so viel Zeit und Zeilen für die Zukunft wie für die Vergangenheit zu besetzen. Sparen bis es quietscht ist noch kein Konzept für eine dreieinhalb-Millionen-Stadt, für die Hauptstadt - immerhin. Es ist auch kein Konzept für die Finanzpolitik. (...) Es gibt keinen wirklichen Widerstand gegen diese Koalition, aber es gibt auch keine Bewegung dafür, keine Euphorie, keine Aufbruchsstimmung. Weder in den Parteien, die diesen Senat tragen werden noch in der Bevölkerung und gar nicht in der Presse. Diese Aufgabe wird vor allem der Regierende Bürgermeister haben, dessen öffentlicher Wert sich momentan wie eine überbewertete Aktie im Sturzflug befindet. ( ...) Gesellschaftliche Glanzauftritte, Herr Wowereit, gehören zum Job des Regierenden Bürgermeisters dazu. ( ...) Jetzt aber wird anderes erwartet."

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