Berlin : Berliner Sommer: Wie die deutschen Schwimmerinnen

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Ein bisschen war die Leistungskurve des Berliner Sommers in diesem Jahr wie die der deutschen Schwimmerinnen bei Olympia. Mit großer Erwartung gestartet, schien die Sonne ihren Höchstwerten von Anfang Mai mit durchschnittlichen enttäuschenden 17,3 Grad hinterher. Die wenigen Zuschauer, die das Wetter gestern auf den Tribünenplätzen vor dem Wasserbecken am Potsdamer Platz genossen, hatten Glück. Sie konnten das gescholtene Berliner Wetter bei einem seiner letzten Versuche beobachten, sich den sechs Stunden Sonnen-Freistil-Schein zu erkämpfen.

Die Bedingungen beim Start waren denkbar schlecht. Das Wetter kam sehr kalt aus der Nacht, wie der Wetterdienst Meteofax mitteilte. Und auf den ersten Bahnen quälte es sich regelrecht durch die Luft. Ab der Hälfte der Strecke sah alles nach einem guten Rennen aus, aber die Temperaturen blieben trotz 60 Minuten Sonnenschein pro Stunde auf 15 bis 16 Grad hängen. Für heute meldete der Wetterdienst einen weiteren Rekordversuch an. Allerdings muss das Wetter sich auch heute gegen den kalten Gegner aus Polen durchsetzen. Der könnte vereinzelt sogar Wolken ins Spiel bringen.

Aber nicht nur das Selbstbewusstsein des Berliner Wetters leidet unter solchen enttäuschenden Resultaten, sondern auch seine Werbeträger, die Berliner Bäder-Betriebe. 1,5 Millionen Mark weniger als geplant haben sie in diesem Jahr eingenommen. Kamen im Vorjahr noch 2,5 Millionen Besucher, waren es in diesem Jahr nur noch 2,1 Millionen. Über Konsequenzen wie Schließungen oder verlängerte Öffnungszeiten wird im Moment nachgedacht. Wer die letzten Sonnentage im Freibad noch ausnutzen will, kann das im Prinzenbad und am Olympiastadion tun.

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