Berlin : Berliner Sommerstau: Auf der Stadtautobahn wird es eng

Klaus Kurpjuweit

Überall Baustellen: Berlin wird in den Sommerwochen zur Staustadt. Besonders eng wird es auf der Autobahn. Drei Großbaustellen kommen zur vorhandenen am Funkturm hinzu, die den Weg von Norden in die Stadt äußerst beschwerlich machen. Auch die Fahrt vom Flughafen Tegel in die Stadt führt in die Staufalle. Das empfohlene Ausweichen auf Bahnen und Busse hilft auch nicht immer weiter. Sowohl bei der U- als auch bei der S-Bahn gibt es ebenfalls Großbaustellen mit Streckenunterbrechungen. Insgesamt kommt es in den nächsten Wochen in der gesamten Stadt zu rund 40 großen Baustellen an Straßen und Schienen.

"Mit Sicherheit wird es große Behinderungen geben", warnte gestern Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) die Autofahrer. Die Wirkung der Baustellen sei mit den bisherigen nicht vergleichbar, meint auch der ADAC. Dichtgemacht werden der Abzweig im Flughafentunnel von der Hamburger Piste Richtung Zentrum sowie die Rampe am Jakob-Kaiser-Platz von der A 111 zum Stadtring (A 100). Verengte Fahrbahnen gibt es zudem im "Trogabschnitt" der Autobahn nach dem Tunnel am Ortskern Tegel.

In diesen Bereichen könnten die Reparaturarbeiten nicht länger aufgeschoben werden, sagte Strieder gestern. Unter seinem Vorgänger Jürgen Klemann (CDU) seien die Arbeiten jahrelang hinausgeschoben worden, weil sich Klemann gescheut habe, die unpopulären Arbeiten anzuordnen.

Erforderlich sind vor allem Arbeiten an der Fahrbahn, die neu abgedichtet werden muss sowie an Brücken. Los geht es am 24. Juli. Das erste Ferienwochenende soll noch weitgehend baustellenfrei bleiben. Gearbeitet wird von 6 Uhr bis 22 Uhr, auf Nachtschichten verzichtet man dagegen. Man versuche aber noch, die Arbeiten zu verkürzen, kündigte Strieder gestern an.

Am längsten werden sich die Arbeiten in der Trogstrecke nach dem Verlassen des Tunnels unter dem Ortskern Tegel hinziehen, die bis November gehen sollen. Dabei bleiben aber stets zwei Fahrspuren in jeder Richtung erhalten, allerdings werden sie verschwenkt.

Bis Ende September vollständig gesperrt wird die Zufahrt zum Flughafentunnel aus Richtung Norden. Die Umleitung führt über die A 105 zum Kurt-Schumacher-Damm und zurück zur A 111. Lastwagen sollen die Route über den Kapweg, die Afrikanische Straße und die Seestraße zum Stadtring nehmen. Die Autobahn-Auffahrten am Saatwinkler Damm, am Heckerdamm sowie am Siemensdamm sollten gemieden werden.

Dicht sein bis zum 3. September wird auch die Auffahrtrampe am Jakob-Kaiser-Platz von der A 111 zum Stadtring. Damit gibt es auch keine direkte Autobahnverbindung vom Flughafen Tegel ins Zentrum. In diesem Bereich rechnen die Planer mit "intensivsten Beeinträchtigungen". Ein neues Bauverfahren könne aber vielleicht die Bauzeit verkürzen, hofft Strieder. Der Verkehr wird von der Anschlussstelle Heckerdamm über den Kurt-Schumacher-Damm zum Jakob-Kaiser-Platz und von dort zum Siemensdamm geleitet. Dieser erhält eine provisorische Mittelstreifenüberfahrt vor dem Nikolaus-Groß-Weg, und nach dieser "Wendeschleife" geht es dann zurück zur Autobahn. Staugefährdet ist dabei vor allem der Bereich um den Jakob-Kaiser-Platz.

Die Arbeiten sollen 5,2 Millionen Mark kosten, die aus der Bundeskasse kommen. Für Autofahrer ist wie bei der Baustelle am Funkturm zusammen mit dem ADAC ein Informationsblatt erstellt worden, das an Tankstellen und in Verwaltungen ausliegt.

Wenn die Arbeiten im Herbst abgeschlossen sind, ist der Stau-Stress aber noch nicht überstanden. Im nächsten Jahr wiederholt sich das Spiel Richtung Norden, und zusätzlich wird die Brücke des Hohenzollerndamms über die Stadtautobahn saniert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar