Berliner SPD : Stöß verteidigt im ARD-Morgenmagazin Gabriel

Jan Stöß nahm im ARD-Morgenmagazin Sigmar Gabriel in Schutz. Auch machte er sich für die innerparteiliche Basisdemokratie stark.

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Jan Stöß.
Jan Stöß.Foto: dpa

Nach der Ablösung als Berliner SPD-Landeschef auf dem Parteitag am 30. April reiste der SPD-Linke Jan Stöß erst einmal für zwei Wochen nach Kuba. Zur Erholung, es gab kein Treffen mit Fidel Castro. Aber nun ist er wieder da – und präsentierte sich Freitag früh im Morgenmagazin von ARD und ZDF, um zur aktuellen Diskussion um den SPD-Parteichef Sigmar Gabriel etwas beizutragen. Als Mitglied des Bundesvorstands der Sozialdemokraten und Vertreter der Parteilinken.

Überraschend war, dass Stöß zu dieser frühen Stunde so wach aussah: Normalerweise passt sieben Uhr noch nicht in seinen Biorhythmus. Dagegen überraschte es nicht, dass er den umstrittenen Genossen Gabriel als „den richtigen Spitzenkandidaten“ der SPD für die Bundestagswahl 2017 in Schutz nahm. Andererseits machte sich Stöß für die innerparteiliche Basisdemokratie stark. Es sei gut, dass die Mitglieder der SPD „zu zentralen Aussagen“ des künftigen Wahlprogramms der Bundespartei befragt würden. Außerdem lobte er Gabriel, der zum offenen Wettbewerb in der SPD um die Kanzlerkandidatur aufgerufen habe. „Das ist in einer lebendigen Mitgliederpartei ja auch gut.“

Michael Müller hält sich zurück

Dann sagte Stöß noch einen Satz, den in der SPD sicher alle unterschreiben: „Das zentrale Thema der SPD ist, dass wir dafür sorgen, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft die Chance haben, in unserer Gesellschaft aufzusteigen“. Er selbst scheint seinen vorläufigen Abstieg in der Hierarchie des SPD-Landesverbandes vorerst ganz gut verkraftet zu haben. Stöß hat seinen persönlichen Wahlkampf im Wahlkreis 2 in Mitte, rund um den Alexanderplatz, schon kräftig angekurbelt. Dabei hilft ihm, wie man jetzt sieht, auch seine Mitgliedschaft im SPD-Parteivorstand, außerdem wurde Stöß kürzlich als Metropolenbeauftragter der Bundespartei bestätigt.

Der neue SPD-Landeschef Michael Müller, der mit der Übernahme der Parteiführung „die Kräfte bündeln“ wollte, hält sich dagegen in dieser Rolle bisher zurück. Zu aktuellen Themen äußert sich seit dem Wechsel an der SPD-Spitze fast immer der Landesgeschäftsführer Dennis Buchner.

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