BERLINER SPORTCHEF : „Nur reiche Städte können auf Olympia verzichten“

Klaus Böger, 63, ist seit 2009 Chef des Berliner Landessportbundes. Von 1999 bis 2006 war der SPD-Politiker Senator für Bildung, Jugend und Sport.
Klaus Böger, 63, ist seit 2009 Chef des Berliner Landessportbundes. Von 1999 bis 2006 war der SPD-Politiker Senator für Bildung,...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Herr Böger, ist das Aus für München eine neue Chance für die Olympischen Spiele in Berlin?

Zuerst gilt es, das Plebiszit zu respektieren und zu reflektieren. Gibt es in Deutschland noch ein Interesse an solchen Großereignissen? Der Deutsche Olympische Sportbund muss votieren, ob man sich wieder bewerben will. Als Nächstes stehen die Spiele 2024 an, da muss man bis 2015 über eine Bewerbung entscheiden.

Und Berlin?

Olympia ist eine Chance für Berlin und Deutschland. Wir brauchen aber jetzt erst mal einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, nicht nur einen der Eliten wie in München. Da muss man sich auch mit den Argumenten der Kritiker konstruktiv auseinandersetzen.

Was wären die Argumente für die Spiele in Berlin?

Ich bin ein alter Streiter für die Erkenntnis: Nur reiche Städte können es sich erlauben, auf Olympia zu verzichten.

Wo könnte Berlin denn profitieren?

Zum einen bräuchten wir kaum neue Bauten. Bis auf eine Rgeattastrecke ist hier an Sportstätten alles vorhanden und muss nur renoviert werden. Berlin könnte dazu ein Olympisches Dorf mit Nullemission gewinnen, zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld. Das gäbe einen Schub für die Stadtmodernisierung und könnte ein Zeichen für einen lebenswerten Ballungsraum setzen.

Aber wer zahlt die Rechnung?

Bezahlen müsste das die Stadt. Aber es wäre ein Gewinn an Infrastrukutr. Wie sähe die Stadt wohl ohne all das aus, was für die Olympischen Spiele 1936 gebaut wurde?

Die Fragen stellte Lars von Törne.

Klaus Böger, 63,

ist seit 2009 Chef des Berliner Landessportbundes. Von 1999 bis 2006 war der SPD-Politiker Senator für Bildung, Jugend und Sport.

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