Berlin : Berliner Stadtschloss: Eine Mehrheit für Wiederaufbau

C. v. L.

Für ein Votum zum Wiederaufbau des Schlosses sind in der Expertenkommission "Historische Mitte" die Chancen gestiegen. Das 17-köpfige Gremium soll zum Jahresende Empfehlungen für die Gestaltung des Schlossplatzes geben. Für einen am Schloss orientierten Wiederaufbau zeichnet sich nach Äußerungen des Kommissionsvorsitzenden Hannes Swoboda eine Mehrheit ab. Weitere Kommissionsmitglieder bestätigten inzwischen die "Tendenz zum Schloss". Dies setze zumindest einen Teilabriss des Palastes der Republik voraus. Es werde derzeit an Konzepten gearbeitet, Museen aus Dahlem, ein Wissenschaftsmuseum der Humboldt-Universität und ein Medienzentrum in dem künftigen Neubau unterzubringen.

Die bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Franziska Eichstädt-Bohlig, Mitglied der Kommission, warnte gestern allerdings davor, anspruchsvolle Konzepte zu präsentieren, ohne die Finanzprobleme Berlins und des Bundes zu berücksichtigen. Sie sprach sich für Zwischenlösungen und schrittweises Vorgehen auf dem Schlossplatz aus und plädierte für "Grün als Übergang". Dies sei - wie auch die öffentliche Haushaltslage - in der Kommission noch gar nicht diskutiert worden. Das Gremium, das sich inzwischen zu fünf Diskussionsrunden traf und ein öffentliches Hearing veranstaltete, kommt am Donnerstag und Freitag erneut zusammen, wobei diesmal die Möglichkeiten einer modernen Fassadengestaltung auf dem Schlossplatz erörtert werden sollen. Fast zeitgleich eröffnen Hannes Swoboda und Stadtentwicklungssenator Peter Strieder im früheren Staatsratsgebäude die Ausstellung "Historische Mitte - Schlossplatz - Ideen und Entwürfe 1991 - 2001". Gezeigt werden mehr als 50 Entwürfe, unter anderem aus dem internationalen "Spreeinsel-Wettbewerb", dem so genannten Interessen-Bekundungsverfahren von Investoren sowie dem Tagesspiegel-Wettbewerb "Visionen zur Gestaltung der Berliner Mitte".

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