Berliner Süden : Stromausfall: Kunden erhalten Entschädigung

35.000 Haushalte im Süden von Berlin waren vier Stunden ohne Strom. „Stromnetz Berlin“ zahlt 20 Euro Entschädigung.

H. Gökkaya/T. Loy
Und dann war es plötzlich dunkel.
Und dann war es plötzlich dunkel.Foto: picture alliance / dpa-tmn/Foto: Franziska Koark

Blackout im Süden Berlins: In mehreren Stadtteilen fiel Dienstagfrüh um drei Uhr der Strom aus. 35 000 Haushalte waren betroffen. Grund war ein Kabelschaden, für den die Vattenfall-Tochter „Stromnetz Berlin“ die Verantwortung übernimmt. Das Unternehmen bietet betroffenen Kunden jeweils 20 Euro Entschädigung an.

Wer in den Stadtteilen Lichtenrade, Buckow, Mariendorf und Marienfelde morgens den Lichtschalter hektisch ein- und ausknipste, bemühte sich vergebens. Auch für 1500 Gewerbetreibende begann der Dienstag ohne Strom. Zudem fielen in den genannten Stadtteilen die Ampelanlagen aus. Erst nach viereinhalb Stunden war der Spuk vorbei, um 7.30 Uhr sprangen Kühlschränke und Heizungen wieder an.

Nach Angaben von Vattenfall führte ein Kabelschaden an einem Umspannwerk in Lichtenrade zu der Störung. „Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, sagte Unternehmenssprecher Hannes Hönemann. Zu einem derartigen Ausfall komme es extrem selten, da die 83 Umspannwerke in Berlin durch eine Doppeleinspeisung abgesichert seien. Fällt ein Hochspannungskabel aus, kann der Strom durch eine zweite Leitung eingespeist werden. „Diese wurde aber aufgrund einer geplanten Wartung vom Netz genommen. Durch das defekte Hochspannungskabel gab es keine Alternative mehr“, sagte Hönemann. So einen Vorfall habe es in den vergangenen 15 bis 20 Jahren nicht gegeben.

Kein Verkehrschaos

Betreiber der Umspannwerke ist die Vattenfall-Tochter „Stromnetz Berlin“. Das Unternehmen verspricht in seiner Satzung „Versorgungssicherheit“. Konkret bedeutet das: Kann nach einem Blackout die Stromversorgung nicht innerhalb von drei Stunden wiederhergestellt werden, können die Kunden eine Entschädigung verlangen. Bei 35 000 Haushalten wären das insgesamt 700 000 Euro. Allerdings müssen die Kunden selbst aktiv werden. Die Entschädigung kann über ein Antragsformular im Internet unter www.stromnetz-berlin.de beantragt werden.

Bei S-Bahn und BVG löste der Stromausfall kein Chaos aus. Die eigene Stromversorgung war nicht betroffen. Auch die Polizei sprach von eher geringen Auswirkungen. Es dauerte allerdings noch bis zum Nachmittag, bis alle Ampelanlagen wieder funktionierten.

Ein großer Blackout ist in Berlin bislang ausgeblieben, entsprechend träge verlaufe auch die Vorbereitung auf ein solches Szenario, sagte Thomas Leitert von der TimeKontor AG, die sich mit der Sicherheit in IT-Netzen beschäftigt. Viele Krankenhäuser und IT-Dienstleister hätten zwar eine Notstromversorgung, aber kein unabhängiges Kommunikationsnetz, um den Diesel–Nachschub zu sichern. Die Wasserbetriebe hätten diese technische Lücke inzwischen geschlossen, die Verwaltung und auch wichtige Unternehmen wie die Telekom seien in dieser Hinsicht bislang eher „schwach“ aufgestellt.

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