Berliner Tarifstreit : BVG-Verhandlungen überraschend abgesagt

Auf Wunsch der Gewerkschaft sind die Gespräche um einen Tarifvertrag bei der BVG ausgesetzt worden - die Tarifkommission hat offenbar große Schwierigkeiten mit den Eckpunkten des geplanten Abschlusses. Wie es nun weitergeht, ist noch völlig unklar.

Die Tarifverhandlungen bei der BVG sind überraschend ins Stocken geraten. Die für Montagabend geplante Runde wurde kurzfristig auf Wunsch der Gewerkschaft Verdi abgesagt. Dem Vernehmen nach ist stattdessen ein neuer Termin für Dienstag vereinbart worden. Allerdings werden dann nicht wieder die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband, der offiziell die BVG vertritt, aufgenommen. Vielmehr wird es ein Gespräch zwischen Verdi und der BVG geben.

Wann wieder richtige Verhandlungen stattfinden, steht noch nicht fest. Hintergrund ist, dass es in der Tarifkommission der Gewerkschaft, die gestern tagte, erhebliche Widerstände gegen die Eckdaten für einen Abschluss gibt. Diese sind nach Tagesspiegel-Informationen so gut wie gesetzt und erfüllen anscheinend die Erwartungen etlicher Kommissionsmitglieder nicht. Ob dies eine mögliche Weiterführung des Arbeitskampfes bedeuten könnte, ist derzeit nicht abzusehen. Allerdings müsste Verdi zuvor erneut die Verhandlungen für gescheitert erklären.

Aber auch ein weiterer Streik würde dem Vernehmen nach an den Eckdaten nicht mehr viel ändern. Demnach müsste Verdi erheblich zurückstecken; zwölf Prozent mehr Geld für die rund 11.500 Beschäftigten der BVG wird es nicht geben. Die Arbeitgeber sind nicht bereit, über den vor einer Woche in Potsdam vereinbarten Abschluss für den öffentlichen Dienst hinauszugehen. Dort erhalten die Mitarbeiter insgesamt knapp acht Prozent mehr Geld; dafür müssen sie aber auch länger arbeiten. (Tsp)

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