Berlin : Berliner Theater: Die Goldbuchstaben über dem Portal blitzen wieder

Jasmin Jouhar

Gerüste statt Kulissen, Handwerker statt Komparsen: Das Maxim-Gorki-Theater und die Volksbühne in Mitte werden saniert. Während das Gorki-Theater hinter der Neuen Wache im Oktober runderneuert wieder eröffnet wird, werden sich die Arbeiten in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz noch über Jahre hinziehen. Bausenator Peter Strieder (SPD) schaute sich gestern die Sanierungsarbeiten in beiden Häusern an und sprach mit den Intendanten Bernd Wilms und Frank Castorf. Entmutigend war sein Kommentar zum baulichen Zustand aller Berliner Theater: "Grauenhaft. Wenn sie alles sanieren wollen, brauchen sie 400 Millionen Mark - ein weiteres Olympiastadion."

Beim Maxim-Gorki-Theater reichten allerdings 10 Millionen Mark, um die Technik zu modernisieren und das Gebäude aufzupolieren. Schon von außen sind die Investitionen sichtbar: die Fassade ist frisch getüncht, die Goldbuchstaben über dem Portal strahlen in der Sonne. Für die Zuschauer zwar nicht zu sehen, für den Spielbetrieb aber sehr wichtig: die neue digitale Ton- und die rechnergesteuerte Lichtanlage. Die Bühnentechnik wurde überholt und zum Teil erneuert. Die Schauspieler können bei ihrer Rückkehr renovierte Künstlergarderoben beziehen. Eine Rampe am Eingang und ein Aufzug erleichtern Behinderten den Zugang zum Theater. Im Zuschauerraum arbeitet eine neue Lüftung, auf dem Rang sitzen die Besucher künftig höher und sehen besser - so die Hoffnung des Theaters.

Intendant Bernd Wilms bedankte sich überschwenglich bei Senator Strieder. "Es ist wunderbar, dass es antizyklisch möglich ist, so viel Geld zu bekommen." Wilms versprach, dass der Zeitplan eingehalten werde. Das Gorki-Theater will Anfang Oktober von seinem Übergangsdomizil, dem Schiller-Theater, wieder nach Mitte ziehen. Die erste Premiere am Festungsgraben ist für den 28. Oktober angesetzt: Tschechows "Möwe", inszeniert von Katharina Thalbach.

Per Reisebus ließ Strieder den Tross von Journalisten und Verwaltungsleuten dann zum Rosa-Luxemburg-Platz karren. Schon von außen ist sichtbar: Bei der Volksbühne wird es noch ein bisschen dauern, bis der Senator den Vollzug der Bauarbeiten vermelden kann. Auf 120 Millionen Mark bezifferte Peter Strieder die Kosten für eine komplette Sanierung des riesigen Gebäudes. Für 12 Millionen lässt das Land zurzeit den über 30 Meter hohen Bühnenturm und die darin befindliche Technik, die so genannte Obermaschinerie, instandsetzen. Vor dem Zuschauerraum klafft ein tiefes Loch: Auch der Orchestergraben wird umgebaut. Die Arbeiten sollen in den verlängerten Theaterferien abgeschlossen werden, die Volksbühne will am 6. Oktober wieder den Vorhang heben.

Im nächsten und übernächsten Jahr stehen noch die Sanierung des Portalbereichs der 35 Meter tiefen Bühne und des Kuppelhorizonts an. Gesamtkosten aller Arbeiten von 2000 bis 2002: 20 Millionen Mark. Noch nicht finanziert ist die Erneuerung der Untermaschinerie der Bühne, etwa der Drehbühne. Dass auch das dringend geschehen muss, daran ließ Strieder keinen Zweifel: "Zum Teil stammt die Technik noch aus den zwanziger Jahren." Der Technische Direktor Stefan Pelz beklagte die hohen Reparaturkosten der alten Anlage. Es sei mühsam, die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Intendant Frank Castorf kam zu spät zur Besichtigung und ließ sich auch von großen Zahlen und maroden Maschinen nicht aus der Ruhe bringen. "Ich bin schon froh, dass man erkannt hat, dass das Haus ein sehr schönes Baudenkmal ist und erhalten werden sollte." Auch wolle er sein Verbleiben an der Volksbühne nicht von der Höhe der Investitionen des Senats abhängig machen. "Mit Erpressung wird man nicht weiterkommen in der Situation, in der sich das Land befindet." Er stelle sich darauf ein, auf einer "ewigen Baustelle" zu arbeiten. Der Vorteil der stückchenweisen Sanierung: "Man hat Zeit zu gucken, was erhaltenswert ist, anstatt alles rauszureißen. Das ist eine Methode, die unserer Arbeit entspricht." Sorgen macht dem Intendanten jedoch die Verlässlichkeit des Landes: Sein Haus brauche "Planungssicherheit", wie er sehr ernst betonte. Wenn man wegen Bauarbeiten länger Ferien mache oder Verträge für Ersatzspielstätten abschließe, müsse das Geld für die Renovierung auch bewilligt werden.

Gerüste statt Kulissen, Handwerker statt Komparsen: Das Maxim-Gorki-Theater und die Volksbühne in Mitte werden saniert. Während das Gorki-Theater hinter der Neuen Wache im Oktober runderneuert wieder eröffnet wird, werden sich die Arbeiten in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz noch über Jahre hinziehen. Bausenator Peter Strieder (SPD) schaute sich gestern die Sanierungsarbeiten in beiden Häusern an und sprach mit den Intendanten Bernd Wilms und Frank Castorf. Entmutigend war sein Kommentar zum baulichen Zustand aller Berliner Theater: "Grauenhaft. Wenn sie alles sanieren wollen, brauchen sie 400 Millionen Mark - ein weiteres Olympiastadion."

Beim Maxim-Gorki-Theater reichten allerdings 10 Millionen Mark, um die Technik zu modernisieren und das Gebäude aufzupolieren. Schon von außen sind die Investitionen sichtbar: die Fassade ist frisch getüncht, die Goldbuchstaben über dem Portal strahlen in der Sonne. Für die Zuschauer zwar nicht zu sehen, für den Spielbetrieb aber sehr wichtig: die neue digitale Ton- und die rechnergesteuerte Lichtanlage. Die Bühnentechnik wurde überholt und zum Teil erneuert. Die Schauspieler können bei ihrer Rückkehr renovierte Künstlergarderoben beziehen. Eine Rampe am Eingang und ein Aufzug erleichtern Behinderten den Zugang zum Theater. Im Zuschauerraum arbeitet eine neue Lüftung, auf dem Rang sitzen die Besucher künftig höher und sehen besser - so die Hoffnung des Theaters.

Intendant Bernd Wilms bedankte sich überschwenglich bei Senator Strieder. "Es ist wunderbar, dass es antizyklisch möglich ist, so viel Geld zu bekommen." Wilms versprach, dass der Zeitplan eingehalten werde. Das Gorki-Theater will Anfang Oktober von seinem Übergangsdomizil, dem Schiller-Theater, wieder nach Mitte ziehen. Die erste Premiere am Festungsgraben ist für den 28. Oktober angesetzt: Tschechows "Möwe", inszeniert von Katharina Thalbach.

Per Reisebus ließ Strieder den Tross von Journalisten und Verwaltungsleuten dann zum Rosa-Luxemburg-Platz karren. Schon von außen ist sichtbar: Bei der Volksbühne wird es noch ein bisschen dauern, bis der Senator den Vollzug der Bauarbeiten vermelden kann. Auf 120 Millionen Mark bezifferte Peter Strieder die Kosten für eine komplette Sanierung des riesigen Gebäudes. Für 12 Millionen lässt das Land zurzeit den über 30 Meter hohen Bühnenturm und die darin befindliche Technik, die so genannte Obermaschinerie, instandsetzen. Vor dem Zuschauerraum klafft ein tiefes Loch: Auch der Orchestergraben wird umgebaut. Die Arbeiten sollen in den verlängerten Theaterferien abgeschlossen werden, die Volksbühne will am 6. Oktober wieder den Vorhang heben.

Im nächsten und übernächsten Jahr stehen noch die Sanierung des Portalbereichs der 35 Meter tiefen Bühne und des Kuppelhorizonts an. Gesamtkosten aller Arbeiten von 2000 bis 2002: 20 Millionen Mark. Noch nicht finanziert ist die Erneuerung der Untermaschinerie der Bühne, etwa der Drehbühne. Dass auch das dringend geschehen muss, daran ließ Strieder keinen Zweifel: "Zum Teil stammt die Technik noch aus den zwanziger Jahren." Der Technische Direktor Stefan Pelz beklagte die hohen Reparaturkosten der alten Anlage. Es sei mühsam, die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Intendant Frank Castorf kam zu spät zur Besichtigung und ließ sich auch von großen Zahlen und maroden Maschinen nicht aus der Ruhe bringen. "Ich bin schon froh, dass man erkannt hat, dass das Haus ein sehr schönes Baudenkmal ist und erhalten werden sollte." Auch wolle er sein Verbleiben an der Volksbühne nicht von der Höhe der Investitionen des Senats abhängig machen. "Mit Erpressung wird man nicht weiterkommen in der Situation, in der sich das Land befindet." Er stelle sich darauf ein, auf einer "ewigen Baustelle" zu arbeiten. Der Vorteil der stückchenweisen Sanierung: "Man hat Zeit zu gucken, was erhaltenswert ist, anstatt alles rauszureißen. Das ist eine Methode, die unserer Arbeit entspricht." Sorgen macht dem Intendanten jedoch die Verlässlichkeit des Landes: Sein Haus brauche "Planungssicherheit", wie er sehr ernst betonte. Wenn man wegen Bauarbeiten länger Ferien mache oder Verträge für Ersatzspielstätten abschließe, müsse das Geld für die Renovierung auch bewilligt werden.

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