• Berliner Traditionsbetrieb gerettet: Fotostudio Urbschat plant Neueröffnung am Kurfürstendamm

Berliner Traditionsbetrieb gerettet : Fotostudio Urbschat plant Neueröffnung am Kurfürstendamm

Das traditionsreiche Fotostudio der Familie Urbschat stand nach einem verlorenen Mietrechtsstreit vor dem Aus. Doch nun wurde überraschend ein neuer Standort am Ku'damm gefunden.

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Neubeginn. „Art & Photo Urbschat“ muss am Ku’damm schließen, der Räumungsverkauf läuft. Der Ersatzstandort ist nur 13 Hausnummern entfernt.
Neubeginn. „Art & Photo Urbschat“ muss am Ku’damm schließen, der Räumungsverkauf läuft. Der Ersatzstandort ist nur 13 Hausnummern...Foto: Cay Dobberke

Kurz vor der vom Vermieter erzwungenen Räumung ihres Fotostudios am Kurfürstendamm 170 hat die Unternehmerfamilie Urbschat einen nahen Ersatzstandort gefunden: „Art & Photo Urbschat“ will am 20. Januar am Ku’damm 157 zwischen Adenauer- und Lehniner Platz neu eröffnen.

Im Umbau. Nahe der Schaubühne am Lehniner Platz entsteht das neue Fotostudio in einem bisherigen Brautmodeladen.
Im Umbau. Nahe der Schaubühne am Lehniner Platz entsteht das neue Fotostudio in einem bisherigen Brautmodeladen.Foto: Cay Dobberke

Dort hat ein Brautmodeladen im Dezember überraschend geschlossen. Von „Glück im Unglück“ spricht Nicole Urbschat, die den auf Porträtbilder spezialisierten Betrieb mit ihrer Schwester Daniela führt.

Ihr heute 85-jähriger Vater Horst hatte die Firma 1969 gegründet, als er das Fotostudio „Dürkoop“ übernahm. Insgesamt blickt das Unternehmen so auf eine 100-jährige Geschichte zurück und gilt als ältester Familienbetrieb am Kurfürstendamm.

Zur Reihe prominenter Kunden zählten Curd Jürgens, Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger, Robert Kennedy jr., Brigitte Grothum, Claudia Pechstein, Marianne Birthler, Walter Scheel und Dieter Hallervorden.

Der Gründer und seine Töchter. Nicole (rechts), Horst und Daniela Urbschat.
Der Gründer und seine Töchter. Nicole (rechts), Horst und Daniela Urbschat.Foto: Vincent Schlenner

Doch vor zwei Jahren kündigte der Hauseigentümer, die Holler-Stiftung aus München, den Mietvertrag vorzeitig. Auf dem Areal ist ein Neubau geplant.

Einen Rechtsstreit gewann der Vermieter im Oktober vor dem Landgericht. Über eine Entschädigung hatte man sich zuvor nicht einigen können – die Urbschats wollten erst mehrere Millionen Euro und zuletzt 500 000 Euro, die Stiftung bot am Ende nur halb so viel. Letztlich ging die Familie leer aus. Bis zum 16. Januar läuft ein Räumungsverkauf, während die neuen Räume bereits im Umbau sind.

Laut Nicole Urbschat gibt es dort mehr Platz für Fotosessions, die durch modernere Technik auch vor virtuellen Hintergründen möglich seien. Die Fotobearbeitung werde dagegen in die Ausbildungsstätte „Photoacademy“ verlagert, die wegen des Streits mit dem bisherigen Vermieter schon vor einigen Monaten nach Tempelhof umziehen musste.

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