EPILOG

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Berliner Vermieter : Dein Haus gehört mir
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Zurück zu Haus und Grund, zurück in die Geschäftsstelle, zurück in die Vergangenheit, in der man das Wohnraumdilemma einer boomenden Stadt kurz vergessen kann.

In den letzten zehn Jahren habe sich in der Rechtsberatung eigentlich nichts verändert, sagt Wolfgang Becker. „Das sind immer dieselben Probleme, das bleibt immer gleich, hier spitzt sich nichts zu.“ Eine Verschärfung des Klimas zwischen Mieter und Vermieter? „Ach was“, sagt Becker, abwinkend.

Etwas anders sieht es mit dem Klima in seiner Geschäftsstelle aus, eine gewisse Zuspitzung ist nicht zu leugnen. Es riecht muffig, ein irritierender Riss geht durch die Wand von Beckers Büro, die Tapete ist leicht gewellt. Der Grund: ein massiver Wasserschaden in der Zimmerecke. Mit Wärmegeräten habe man versucht, das Gemäuer zu trocknen, „eine unschöne Zeit, wie in der Sauna“ habe er hier gesessen. Das auch noch erfolglos, die Feuchtigkeit drückt aus dem Keller weiter nach oben. Und so sitzen die Wilmersdorfer Hausbesitzer bei Beratungen in einem feuchten Zimmer. Dagegen unternehmen könne man leider nichts, sagt Becker, „wir sind hier nur Mieter“. Von Mietminderung wegen Wasserschaden hält der Rechtsanwalt wenig. Schließlich sei man als gewerblicher Mieter besonders schnell auf der Straße. „Wir sitzen hier auf einem ganz heißen Stuhl“, sagt Becker und will den guten Willen des Besitzers nicht überstrapazieren.

Das Haus gehört der Gesobau.

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