Berlin : Berliner Wasserspiele: Hingebungsvoll und anmutig

Sigrun Speckmann

In Berlin gibt es über 500 Wasserspiele - der Tagesspiegel stellt in loser Folge die schönsten und interessantesten vor. Der heutige Serienteil führt in den Bezirk Charlottenburg.

Der Tänzerin-Brunnen im Garten des des Georg-Kolbe-Museums ist Schmuck- und Ausstellungsstück zugleich. Denn der Bildhauer (1877 bis 1947) schuf das Wasserspiel im Jahr 1922. Das Museum in der Sensburger Allee 24 bis 26, das 1950 im Atelier- und Wohnhaus Georg Kolbes eröffnet wurde, zeigt neben dem Nachlass des Künstlers viele andere seiner Werke. Die Sammlung enthält etwa 180 Skulpturen, 1500 Zeichnungen und Grafiken, die Kolbes Werk repräsentieren und in einem Bestandskatalog dokumentiert sind.

Das kulturgeschlichtlich und architektonisch interessante Museumsgebäude entstand 1928 / 29 nach Entwürfen des Baseler Architekten Ernst Reutsch als strenger kubischer Backsteinbau, der mit einem umgebenden Waldgarten mit altem Kiefernbestand atmosphärisch eingepaßt wurde. 1935 erweiterte Paul Linder den Bau um ein Glas- und Tonatelier und einen rechteckigen, ummauerten Skulpturenhof. Gleich in der Nähe befand sich seit 1916 eine öffentliche Grünanlage, die bereits 1929 durch den Gartendirektor Felix Buch zum Georg-Kolbe-Hain umgestaltet wurde, in dem fünf Bronzewerke aufgestellt sind.

Im Waldgarten hinter dem Skulpturenhof steht unter anderen der Tänzerinbrunnen. In der Mitte einer runden Kalksteinschale schultern drei kauernde Jünglinge eine als große Blüte gestaltete Plinthe aus Kalkstein mit einer weiblichen Aktfigur aus Bronze, die in geschwungener Körperhaltung hingebungsvoll tanzt. Zu ihren Füßen sind Wasserdüsen gruppiert und richten bogenförmige Strahlen in das Becken, wenn der Brunnen in Betrieb ist.

Der Tänzerin-Brunnen wurde 1922 im Garten einer Villa in Dahlem aufgestellt, die nach 1945 abgerissen wurde. 1978 erfuhr das Kolbe-Museum vom Verbleib des Wasserspiels in einem Altenheim. Die Eigentümer tauschten die "Tänzerin" gegen die "Große Kauernde".

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