• Berliner Wasserspiele: Kopierte Bärenliebe - Der Originalbrunnen am Werderschen Markt wurde im Krieg zerstört

Berlin : Berliner Wasserspiele: Kopierte Bärenliebe - Der Originalbrunnen am Werderschen Markt wurde im Krieg zerstört

Sigrun Speckmann

In Berlin gibt es über 500 Wasserspiele - der Tagesspiegel stellt in loser Folge die schönsten und interessantesten vor. Der heutige Serienteil führt nach Mitte.

Die Bärenmutter sieht recht zufrieden, sogar ein bisschen stolz aus, wie sie da auf ihrem achteckigen Podest aus Lavatuffstein sitzt und auf ihre spielenden Jungen hinabblickt. Zwischen den acht paarweise tollenden Bärenkindern schauen die Spaziergänger auf vier runde Vertiefungen, in denen je eine kleine Fontäne sprudelt.

Der Werdersche Markt zwischen der Friedrichswerderschen Kirche und dem Reichsbankgebäude ist ein heute kaum mehr erkennbarer, historischer Stadtplatz. Seine ursprüngliche Lage kann man noch am ehesten an dem großen Bärenbrunnen erkennen, der 1928 von Hugo Lederer geschaffenen wurde. Lederers Bärenfamilie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dann aber 1958 von Walter Sudkowski als Kopie neu gefertigt. Inzwischen ist der Bärenbrunnen in die Denkmalliste aufgenommen worden.

Einst war der Werdersche Markt der natürliche Mittelpunkt des Friedrichswerders, einer ab 1657 bis 1658 westlich der mittelalterlichen Stadtgrenzen angelegten Neustadt. Als von 1658 bis 1683 Johnann Gregor Memhardt die Stadtmauer baute, wurde Friedrichswerder mit einbezogen. 1710 kam sie zu Berlin. Ursprünglich war der Werderscher Markt ein kleiner mit Linden bepflanzter Platz, der über die Straße Am Packhof - der heutigen Werderstraße - Anschluss an das alte Kölln fand. Das Zentrum des Friedrichswerder nimmt heute der mächtige Bau der ehemaligen Reichsbank ein. Er wurde 1934 bis 1939 an der Stelle der Stülerschen Neuen Münze gebaut. Die von der Nationalgalerie als Schinkel-Museum genutzte Friedrich-Werdersche Kirche ist das einzige erhaltene historische Gebäude am Platz.

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