Berlin : Berliner Weisse mit zu viel Druck

Schultheiss ruft Flaschen zurück: Explosionsgefahr

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Berliner Weisse mit Schuss – das ist für Eingeborene alltäglich, während Zugereiste die ersten Kostproben nur skeptisch hinter sich bringen: Schuss? Ist das was Gefährliches?

Vielleicht. Denn die SchultheissBrauerei hat jetzt rund 50 000 Flaschen „Berliner Mix Weisse“ mit Waldmeistergeschmack zurückgerufen. Wegen eines Defekts der Abfüllanlage sei es zu einer Nachgärung in den Flaschen gekommen, hieß es. Sie könnten nun explodieren oder sich zumindest unkontrolliert von selbst öffnen, außerdem sei es möglich, dass die Mixtur wegen des hohen Kohlensäuredrucks überschäume. Immerhin: Wer die Flaschen ahnungslos und unverletzt geöffnet hat, muss sich keine Sorge mehr machen, denn Gefahr für die Gesundheit besteht nicht.

Die betreffenden Flaschen, hieß es weiter in der Mitteilung, seien am Mindesthaltbarkeitsdatum 11.09.06 und 07.02.07 erkennbar. Sie würden gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgenommen, weitere Informationen gibt es unter der kostenlosen Rufnummer der Brauerei: 0800/1001680. Eine Schultheiss-Sprecherin äußerte die Vermutung, dass ein großer Teil der Flaschen bereits ganz normal geleert worden sei.

Wahre Freunde der authentischen Berliner Weissen sind ohnehin nicht in Gefahr: Sie bestehen darauf, dass Weisse und Sirup erst im Glas aufeinander treffen, was die Gefahr einer Nachgärung in der Flasche ausschließt. Auch Puristen, die das saure Leichtbier ausschließlich ohne alles einnehmen, werden sich durch den Vorgang in ihrer Haltung bestätigt fühlen; dass es beim Öffnen überschäumt, nehmen sie als Resultat natürlicher Herstellungsart und nicht als Folge eines Produktionsfehlers. Im Handel allerdings haben sich die fertigen Mixturen weitgehend durchgesetzt – sie sind auch im Biergarten schneller serviert als die althergebrachte Bier-Sirup-Mischung, die erst in letzter Minute gemacht werden darf.BM

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