Berlin : Berliner Zoo: CONTRA von Ekkehard Schwerk

Ekkehard Schwerk

Zum Thema Online-Umfrage: Sollen Zoo-Aktionäre auf freien Eintritt verzichten? Weiterhin freier Eintritt für Zoo-Aktionäre ist nach meiner Ansicht unzulässig. Auch dann, wenn diese Gewohnheit schon uralt ist. Ein Recht ist es nicht, auch wenn von Seiten der Aktionäre - wie gestern berichtet - darauf gepocht wird. Der Zoologische Garten ist eine gemeinnützige Einrichtung, die keine "verdeckte Gewinnausschüttung" vornehmen darf. Um eine solche handelt es sich aber laut Finanzverwaltung bei Freikarten. Es ist auch unklug, auf ein Gewohnheitsrecht zu pochen, da mehr als Freikarten, nämlich der Zoologische Garten insgesamt auf dem Spiel stehen.

Eine andere, keineswegs beiläufige Frage hat sich die Senatsverwaltung gefallen zu lassen: Warum kommt sie aus dem Mustopp? Der Senat hält immerhin - wenn auch nur noch wenige - Anteile am Zoo. Gehen vielleicht auch Senatoren und Senatsbeamte frei durch die Sperre? Dann stellt euch denen in den Weg!

Ein bissel schuldbewusst scheint man aber dort auch zu sein. Wie anders wäre der taugliche Kompromissvorschlag zu verstehen, den Alt-Aktionären einen Vorzugspreis von 250 Euro einzuäumen, der ihnen einen lebenslang freien Eintritt garantiert. Neue Anleger freilich sollen das Zehnfache berappen. Also ist Einsichtigkeit geboten, um das Ganze nicht zu gefährden. Es gibt einen schmalen Unterschied zwischen Gewohnheit und Tradition. Die Gewohnheit ist zu bequem. Die Tradition ist zu pflegen. Sie besteht darin, was in den Aufbaujahren des Zoologischen Gartens galt: Es gehörte 1950 "zum guten Ton", Aktionär des Zoos zu sein und damit, wie es in den Statuten hieß, der "Volksbildung, Wissenschaft und Kunst zu dienen". Dienen sei die erste Pflicht jedes Aktionärs eines gemeinnützigen Unternehmens!

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