Berlin : Berlinerin verdient im Durchschnitt 1157 Euro

Senat stellt Studie vor: 70 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen

Sabine Beikler

51,2 Prozent aller Berliner sind weiblich. In Zahlen: Rund 1,73 Millionen Frauen leben in der Hauptstadt. Wirtschaftlich gesehen geht es den Berlinerinnen besser als Frauen im Bundesgebiet: Sie verdienen im Durchschnitt 1157 Euro netto pro Monat. Der bundesweite Durchschnittslohn für Frauen beträgt dagegen 962 Euro. Das geht aus einem am Dienstag im Senat vorgestellten Frauenbericht hervor. Aber: Die Berlinerin verdient weniger als der männliche Hauptstädter mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 1361 Euro.

Frauensenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) sagte, dass die Berliner Frauen häufiger vollbeschäftigt sind als im Bundesgebiet: Allerdings stellten sie 70 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten. Vergleichszahlen konnte Wolf nicht vorlegen.

Laut Studie sind Frauen in Berlin zwar ökonomisch unabhängiger als Frauen im Bundesgebiet, doch gibt es in der Stadt deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: Seit 1991 ist die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen im Ostteil durch den Wegfall von Arbeitsplätzen angestiegen. Im Westteil hat die Zahl der Frauen zugenommen, die von Sozialhilfe oder anderer staatlicher Unterstützung leben.

57 Prozent der Berlinerinnen schließen die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife ab. Vergleichzahlen aus dem Bundesgebiet konnte Wolf aber nicht nennen. Der Frauensenator hob vor allem die guten Betreuungsangebote für Kinder in Berlin hervor. In der Hauptstadt würden 35,8 Kitaplätze pro 100 Kinder unter drei Jahren angeboten werden. Zum Vergleich: In Hamburg kommen rund 13, in Bremen rund zehn, in Nordrhein-Westfalen oder Bayern rund zwei Plätze auf 100 Kinder. Für Drei- bis Sechsjährige lobte Wolf die „Vollversorgung“ mit Kindergartenplätzen.

Die Senatsverwaltung hat angekündigt, die Frauenstudie, die zuletzt vor zehn Jahren vorgelegt worden war, demnächst auch im Internet zu veröffentlichen.

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