Berlin : Berlinische Galerie rollt Künstlern einen gelben Teppich aus

Im September soll das Kreuzberger Museum im neuen Haus wieder eröffnet werden – mit einer gestreiften Fassade und einem Band mit großen Namen vor der Tür

Ulrich Clewing

Nach sechs Jahren Zwangspause wird die Berlinische Galerie am 25. September wieder eröffnet. Dies kündigte der Direktor des Museums, Jörn Merkert, auf einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend an. Um diesen Termin einzuhalten, müssen sich alle Beteiligten auf einen straffen Zeitplan einrichten. Noch sind die Umbauarbeiten im ehemaligen Glaslager an der Alte-Jakob-Straße in Kreuzberg in vollem Gange. Am 16. Februar wird Richtfest gefeiert, die Übergabe des fertigen Gebäudes soll dann bereits Anfang Juli über die Bühne gehen. Bleiben den Mitarbeitern des Landesmuseums für moderne Kunst, Fotografie und Architektur ganze drei Monate für Umzug und Hängung der ständigen Sammlung. „Wir können es schaffen, aber es darf jetzt nichts mehr schief gehen“, sagt Merkert.

Und wenn alles gut läuft, wird ab Ende September nicht nur drinnen im Museum Kunst zu sehen sein, sondern auch davor. Merkert nutzte die Gelegenheit, um nicht nur das neue Logo des Museums (ein B und ein G mit einer Art Dachbalken darauf) zu präsentieren, sondern auch zwei Kunst-am-Bau-Projekte vorzustellen, die bis zur Eröffnung realisiert werden sollen. Der Berliner Künstler Fritz Balthaus wird dem 18,4 Millionen Euro teuren Bau eine zurückhaltende, elegante Farbgebung in Weiß und Hellgrau nebst dazu gehöriger Architektur-Plastik verpassen. Von dem Architektenteam Kühn/Mavlezzi stammt die Idee, den schmalen Vorplatz des Museums mit einem Pflaster aus gelben Hartgummielementen auszustaffieren, auf denen Buchstaben zu lesen sind. Damit könne man Namen von Künstlern des Museums legen, die Auswahl sei gerade in Arbeit, so Merkert.

Das neue Museum wird über Räume für Wechselausstellungen verfügen, aber auch über Café, Buchladen, Museumsshop und eine Bibliothek. Die 60 mal 60 große, bis zu zehn Meter hohe Haupthalle ist in zwei Stockwerke unterteilt, in denen – ähnlich wie in der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum – variable Stellwände fließend inein- ander übergehende Räume ohne störende Türen oder Durchgänge ermöglichen. Das Erdgeschoss wird der Kunst ab 1960 vorbehalten bleiben, im Obergeschoß sollen dann Künstler des frühen 20. Jahrhunderts wie Otto Dix, Hannah Höch und der russische Konstruktivist Naum Gabo zu sehen sein.

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