Berlin : Berlins ältestes Stadtbad bis auf weiteres geschlossen

Matthias Oloew

Der Sanierungsbedarf bei den Berliner Bädern ist offenbar größer als bisher angenommen. Jetzt ist auch die Alte Halle des Stadtbades Charlottenburg in der Krummen Straße gesperrt. „Im Glasdach sind einige Scheiben gesprungen und der Kitt ist lose“, sagt Bäder-Vorstand Klaus Lipinsky, „und wir können die Verantwortung nicht übernehmen, sollte eine Scheibe ins Becken stürzen.“ Die beliebte Schwimmhalle – das älteste Stadtbad Berlins – ist nun bis auf weiteres gesperrt. Die Bäderbetriebe (BBB) gehen nicht davon aus, dass die Halle in diesem Jahr wieder geöffnet werden kann.

Die Bäderbetriebe rechnen mit rund 50 Millionen Euro, die in die Sanierung der Berliner Schwimmbäder gesteckt werden müssen. Um diesen Sanierungsstau aufzulösen, hat der Senat eine Infrastruktur-GmbH der Berliner Bäder gegründet. Damit werden die BBB nicht nur Betreiber, sondern auch Eigentümer der Hallen und Bäder. Das soll ihnen helfen, private Geldgeber für die Sanierung der Bäder zu finden.

„Um alle Bäder zu sanieren, reicht diese Maßnahme aber nicht aus“, sagt Lipinsky. Die Grünen fordern, der Senat solle ein Sanierungsprogramm für die Bäder auflegen. Die Linkspartei/PDS will einen Teil des Schul- und Sportstättensanierungsprogramms künftig zweckgebunden für die Instandsetzung der Bäder ausgeben. Beschlossen ist indes noch nichts. Die Zeit drängt aber.

Neben der Halle in Charlottenburg bleibt auch die Schwimmhalle in der Finckensteinallee in Lichterfelde geschlossen. Hier ist eine Totalsanierung notwendig. Im Kreuzberger Spreewaldbad ist das Sprungbecken gesperrt weil ebenfalls Teile der Dachkonstruktion herabzustürzen drohen. Für Reparaturen haben die BBB kaum noch Geld. „Die 30 000 Euro für die Sanierung des Glasdachs müssen aber drin sein“, sagt Lipinsky. Anderswo fehlt das Geld bis heute. So ist in der Neuen Halle in der Krummen Straße seit Monaten die Trennwand im Becken kaputt. Die 50-Meter-Bahnen sind auf 25 Meter gekappt.

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