Berlin : Berlins Busfahrer: Beule und kaputte Brille

tabu

Vor mehr als 20 Jahren arbeitete Gerald Möllerfeld (57) als Former in einer Gießerei. Irgendwann war ihm die Arbeit zu schwer, zu schmutzig, zu ungesund. Da hat er sich nach was anderem umgeschaut. Seine Bewerbung bei der BVG "hat sofort geklappt". Für Möllerfeld war das eine "kolossale Umstellung". Bei seinem alten Job hatte er immer mit den gleichen Kollegen zu tun. "Aber hier wird man auf Menschen losgelassen." Anfangs machte ihm das Schwierigkeiten, weil er eher "einsilbig" sei. Mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, tagtäglich mit wildfremden Menschen zu tun zu haben.

Etwa mit jener älteren Dame, die von ihm einen Stempel auf ihr Ticket haben wollte. Möllerfeld erklärte, dass das jetzt der Entwerter macht. Da griff die Frau zu einem seiner Stempel und entwertete den Fahrschein selbst. "Fauler Hund", raunzte sie. Einmal erwischte es ihn noch schlimmer. Jugendliche pöbelten auf dem Oberdeck herum. Einer pinkelte von der Treppe. Als Möllerfeld ihn rauswerfen wollte, verpasste der Typ ihm eine. Möllerfeld jagte die beiden Pöbler aus dem Bus. Zurück blieben eine Beule und eine kaputte Brille. Erschüttert hat ihn, dass keiner der Fahrgäste zu Hilfe kam. "Darauf kann man sich eben nicht verlassen."

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