• Berlins FDP denkt schon an Berliner Wahl Bundesergebnis „gute Vorlage für nächstes Jahr“

Berlin : Berlins FDP denkt schon an Berliner Wahl Bundesergebnis „gute Vorlage für nächstes Jahr“

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„Wir sind die Gewinner des Abends“, jubelte der FDPLandesvorsitzende Markus Löning und sprach von einem Riesenerfolg und Super-Ergebnis. Der Erfolg werde die Partei auch in Berlin weitertragen: „Eine gute Vorlage für die Abgeordnetenhauswahl im nächsten Jahr!“ Fraktionschef Martin Lindner fand das Ergebnis „für uns sensationell“. 1998 habe die FDP – immerhin mit Günter Rexrodt als Spitzenkandidaten – gerade 4,9 Prozent der Stimmen erreicht. Am Sonntagabend konnten die Liberalen darauf hoffen, dass sogar die Drittplatzierte auf der Landesliste, die Rechtsanwältin Gabi Heise, in den Bundestag einzieht.

Was die Parteifreunde im Bund mit dem Wahlergebnis anfangen würden, war Lindner schon am Sonntagabend klar: „Ich schließe eine Ampel aus, auf jeden Fall“, sagte er. Ein Bündnis mit der SPD und den Grünen werde weder menschlich noch politisch funktionieren. „Die tricksen uns doch aus“, sagte er.

Es gab viel Beifall unter den Bahnbögen an der Friedrichstraße, in der „Nolle“. So manches Bier aber wurde schal, weil das Anstoßen ganz einfach vergessen wurde. So ernüchternd waren die Hochrechnungen für die Union. Am frühen Abend hoffte Löning noch, dass die CDU genug Überhangmandate erhält, dass es vielleicht doch reichen könnte. Ob in der Regierung oder nicht – das schmälere nicht den Erfolg der FDP.

Aber die Hoffnung auf Schwarz-Gelb war da schon ins Bodenlose gesunken. Von Pyrrhussieg sprachen etliche Liberale, die ihre Partei noch am frühen Nachmittag in der Regierung gesehen hatten. Leise meinte Löning, es sei schon enttäuschend mit der CDU, die Grünen könnten vielleicht überlegen, ob sie eine schwarz-gelbe Regierung unterstützen sollten. „Mir ist zum Lachen und Weinen zugleich“, sagte Landesgeschäftsführer Horst Krumpen. Noch vor wenigen Wochen hätte man sich ein zweistelliges Ergebnis nicht vorstellen können. Beim zweiten und dritten Bier meinten einige aus dem Parteifußvolk am späteren Abend, Westerwelle hätte sich vielleicht mit seiner Koalitionsaussage für die CDU nicht so festlegen sollen.C. v. L./wvb.

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