Berlins Finanzen : Wolf erteilt Studiengebühren eine Absage

Wirtschaftssenator Harald Wolf hat sich gegen die Einführung von Studiengebühren in Berlin ausgesprochen. Dies sei keine sinnvolle Sanierungsmaßnahme, sagte Wolf.

Berlin - Studiengebühren führten nur zu einer sozialen Auswahl der Studenten, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Wolf kritisierte die vom Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil angeführten Einsparvorschläge für die Universitäten. Einerseits versuche der Bund, mit eigenen Mitteln dafür zu sorgen, dass mehr Studienplätze angeboten werden. In der Hauptstadt gebe es aber schon jetzt viele Studienplätze für junge Leute aus ganz Deutschland, und "nun sagen uns die Verfassungsrichter, wir sollen bei den Universitäten sparen - das passt doch nicht".

Nach den Worten des Senators wird Berlin aber "nicht mit dem Rasenmäher über die Universitätslandschaft gehen". In Großbritannien und Frankreich sähen die Menschen in ihrer Hauptstadt ein "Schaufenster der Nation", fügte er hinzu. Da würde niemand auf die Idee kommen, bei den Hochschulen zu kürzen.

SPD und Linkspartei wollten am Vormittag ihre Verhandlungen über eine Neuauflage der rot-roten Koalition fortsetzen. Zentrales Thema sind die Konsequenzen aus der Niederlage Berlins vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Richter hatte die Klage der mit mehr als 60 Milliarden Euro verschuldeten Hauptstadt auf Sanierungshilfen des Bundes abgewiesen. (tso/ddp)

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