Berlins Finanzsenator Kollatz-Ahnen bei der BSR : Tonnenaufgang am Betriebshof

Kurz vor 6 Uhr: Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen besucht einen Betriebshof der BSR. Das sei nicht seine normale Zeit, entschuldigt er sich - die Müllmänner haben wenig Mitleid.

Johannes Laubmeier
Der Finanzsenator inspiziert gut gelaunt ein Müllauto.
Der Finanzsenator inspiziert gut gelaunt ein Müllauto.Foto: Johannes Laubmeier

Er hätte um 5.45 Uhr da sein sollen, eine Dreiviertelstunde nach Sonnenaufgang, aber Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) ist 10 Minuten zu spät. Nicht viel eigentlich, aber im Betriebshof der BSR in der Forckenbeckstraße fängt die Schicht um sechs Uhr an und dann müssen sie los, die Männer in Orange, und den Müll abholen. Jetzt, wo am Montag auch noch Feiertag war, da habe man sowieso mehr Arbeit, sagt einer und schält seine Orange. Dann werfen die Menschen einen Tag länger Müll in ihre Tonnen. Mehr Gewicht, mehr Arbeit. Zu spät kommen ist nicht ganz unproblematisch.

Kollatz-Ahnen weiß das, er ist seit Januar Finanzsenator und damit auch Aufsichtsratsvorsitzender der BSR. Er fasst sich kurz. Guten Morgen, sagt er, und dass das für ihn nicht die normale Zeit sei, man solle ihm die kleinen Augen verzeihen. „Oooooooooh“– Mitleid vom Publikum in Orange. Normale Zeit für sie, manche sind immer schon eine Stunde früher da, es gibt Wienerwürstchen und Kaffee.

Wenig Zeit für Kollatz-Ahnen

Er sei da, um nachzuschauen, wie es so läuft, sagt der Finanzsenator, wie es so ist. Unter den Arm hat er eine blaue Mappe geklemmt, „BSR, 27. Mai 2015, 5.45 Uhr“, hat jemand mit Edding draufgeschrieben. „Sie machen einen Job, ohne den Berlin nicht existieren könnte“, sagt Kollatz-Ahnen. Dann ist auch bald schon Schluss. Vorne beginnt jemand zu klatschen, verhalten steigt der Saal ein. Zeitdruck. Die Einteilung der Touren. Wer wohin fährt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Steglitz-Zehlendorf, dem Einzugsgebiet des Betriebshofes.

Jetzt gäbe es eigentlich noch die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch, aber die meisten sind schon weg, raus aus der Kantine im vierten Stock, in die Fahrzeuge und runter vom Hof. Nur an ein paar Tischen sitzen noch Menschen.

Posieren am Hybridmüllauto

„Setzen Sie sich ruhig hin“, ruft es von einem, und Kollatz-Ahnen setzt sich. Einer fragt, ob er denn auch bald das neue Auto bekommt. Welches? Das, das die anderen auch fahren, nicht immer die alten. Ein anderer will wissen, wie das denn mit dem Unternehmensvertrag sei, zwischen der BSR und dem Land Berlin. Dazu könne er noch nichts Genaues sagen, sagt Kollatz-Ahnen, er hoffe, dass er im Herbst mehr weiß. Er klingt zuversichtlich. Alles notiert. „Ja, dann sehen wir ja rosigen Zeiten entgegen“, sagt sein Gesprächspartner und lacht. Dann müssen er und sein Team los.

Kollatz-Ahnen verlässt die Kantine und geht in den Hof, wo er sich ein Hybridmüllauto und eine Gaszapfsäule ansieht. Dann noch ein Foto mit den riesigen Schlüsselbünden, mit denen die Müllmänner die Keller aufsperren, um an die Tonnen zu kommen. Anschließend erklärt ihm der Betriebshofleiter die Tourenplanung der BSR am Beispiel der Tour Kladow, Bio-11-Mittwoch. Um kurz nach halb acht endet die Veranstaltung. Er habe etwas gelernt, sagt der Finanzsenator.

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