Berlin : Berlins größte Modellbahnanlage: Die S-Bahn vor dem Abriss

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Die S-Bahn zwischen Hackescher Markt und Friedrichsfelde Ost sowie Betriebsbahnhof Rummelsburg fährt am Wochenende zum letzten Mal. Danach werden die Anlagen abgerissen. Der Kahlschlag findet dabei auf dem Dachboden statt. Vor dem Ende steht nämlich die wohl größte Modellbahnanlage Berlins im Gebäude der ehemaligen Reichsbahndirektion an der Schöneberger Straße 14/15 in Kreuzberg. Die Modellbahner müssen raus, weil die Bahn AG das Gebäude vermieten oder verkaufen will. Heute und morgen finden die allerletzten Fahrten für Besucher statt.

Alle Bemühungen bei der großen Bahn, den Mietvertrag für die "Kleine" weiterlaufen zu lassen, seien vergeblich gewesen, sagt Werner Frieboese von der IG Modelleisenbahn. Schon einmal hatten die Modellbahner dabei ihre Stecken stilllegen und abreißen müssen. 1993 mussten sie aus dem Betriebswerk Tempelhof ausziehen, weil auch dieser Standort von der Bahn aufgegeben worden war. Nach langem Suchen fanden sie dann neue Räume in Kreuzberg. Seit 1994 entstand dort die neue Anlage im H0-Maßstab 1 zu 87. Elf Bahnhöfe vom Hackeschen Markt bis Friedrichsfelde Ost und Betriebsbahnhof Rummelsburg wurden nachgebaut. Am Ostkreuz kommt auch die Ringbahn hinzu. Die Tischlänge der Anlage beträgt 142 Meter.

Beim Aufbau der 300 Quadratmeter großen Anlage wurden die Modellbauer finanziell von Sponsoren unterstützt. Noch bevor sie die Anlage fertig haben, was bei richtigen Modellbahnern ohnehin nie vorkommt, müssen sie jetzt ihr Werk eigenhändig zerstören. Durch den passgenauen Einbau in die Räume sei es nicht möglich, die Anlage zu teilen und später woanders wieder aufzubauen, sagt Frieboese. Aufgeben wollen die Modellbahner aber nicht, sondern einen dritten Anlauf wagen, falls sie geeignete Räume finden. Immerhin hat die Bahn zugesagt, bei der Suche zu helfen.

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