• Berlins größtes Plakat hängt am Ernst-Reuter-Platz Sportartikel-Hersteller wirbt mit dem Hochhaus der TU

Berlin : Berlins größtes Plakat hängt am Ernst-Reuter-Platz Sportartikel-Hersteller wirbt mit dem Hochhaus der TU

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Charlottenburg. Es ist rot, riesengroß und rätselhaft: das Werbeplakat an der Fassade des ehemaligen Telefunken-Hochhauses am Ernst-Reuter-Platz. Am Montag hatten Kletterer das Plakat an dem 22-stöckigen, von der Technischen Universität (TU) genutzten Gebäude befestigt. Das rund 3300 Quadratmeter große und 1,2 Tonnen schwere Plakat wirbt für eine Veranstaltung des Sportartikel-Herstellers Nike, die vom 15. bis 30. Juni im „Nikesubground“, auch bekannt als halbfertiger Kanzler-U-Bahnhof „Reichstag“, stattfinden soll.

Die Werbeaktion an der 78 Meter hohen Fassade solle mindestens bis zum Jahresende dauern, sagte ein Sprecher der Firma Limes, die das Projekt koordiniert. Zunächst für vier Wochen habe Nike die Fläche gebucht, wobei das Motiv von Zeit zu Zeit ausgetauscht werde. „Nike ist der erste Kunde, aber nicht der einzige.“ Wie viel das Unternehmen sich die Aktion kosten lässt, wollte der Sprecher nicht sagen. Lediglich von einer „für das Land und die TU kostenneutralen Fassadenreinigung und -versiegelung“ war die Rede. Die Sanierung soll sich nach Auskunft eines TU-Sprechers in den nächsten vier bis sechs Monaten hinter dem Plakat abspielen. Die Finanzierung über die Werbung „nehmen wir liebend gern in Anspruch, weil wir ja furchtbar wenig Geld haben“.

Die Genehmigung für das Plakat wurde nach Auskunft der Verantwortlichen bei der Denkmalschutzbehörde beantragt – und problemlos erteilt. An anderen Stellen hatten sich die Behörden in der Vergangenheit häufig gegen vergleichbare Aktionen gestellt. Die prominentesten Beispiele kamen meist aus dem Bezirk Mitte, wo Monate lang um die Mineralwasserflasche auf dem Turm der Marienkirche am Alexanderplatz gestritten wurde: Das Bezirksamt sah die City verschandelt und verlangte die Entfernung des Plakates, während die Kirchengemeinde dank der Werbeeinnahmen Geld für die Turmsanierung bekam. Ebenso groß war das Hickhack um ein 1200 Quadratmeter großes Harry-Potter-Plakat am Forum-Hotel im vergangenen Herbst: In diesem Fall hatte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) sich mit einem Veto über das Nein des Bezirksamtes hinweggesetzt und die Genehmigung erteilt. In der West-City war es dagegen einfacher, großformatig in bester Lage zu werben: 1999 hing Claudia Schiffer an der Gedächtniskirche – mit dem Segen des Bezirksamtes. Weitere Motive folgten bis zum vorläufigen Ende der Arbeiten im vergangenen Winter. Stefan Jacobs

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