Berlin : Berlins Lokalmatador flog nur auf den vierten Platz

Rainer W. During

Lokalmatador Klaus Schrodt legte sich mächtig ins Zeug. Unter dem Applaus der Zuschauer raste der Pilot mit seiner einmotorigen Maschine durch den Parcours auf dem Flughafen Tempelhof.  Doch es reichte nur für den vierten Platz. Sieger des „Red Bull Air Race“ wurde gestern der Amerikaner Kirby Chambliss, der es in zwei Durchgängen auf eine Gesamtzeit von 2:53.70 Minuten brachte, vor dem Ungarn Peter Besenyei und Vorjahresweltmeister Mike Mangold, die jeweils nur rund eine Sekunde langsamer waren.

Zuvor hatte eine Douglas DC-6B, die mit ihren vier Propellermotoren ihre Runden flog, die Geschichte ein halbes Jahrhundert zurückspringen lassen: Maschinen dieses Typs waren einst das Rückgrat des alliierten Flugverkehrs, der zu Mauerzeiten den einzigen unkontrollierten Zugang nach West-Berlin ermöglichte. Der gleich danach startende „Rosinenbomber“ Douglas C-47 war der Historie des Platzes nicht weniger angemessen: Mit diesem Modell wurden die Berliner bei der Luftbrücke versorgt.

Klaus Schrodt ging beim ersten Durchgang als siebenter der elf Piloten an den Start. Seine neue „Xtreme 3000“, mit der er eigentlich den Konkurrenten davonfliegen wollte, blieb jedoch am Boden. „Die Testflüge sind noch nicht abgeschlossen“, sagte der pensionierte Lufthansa- Flugkapitän. Jetzt soll der schnittige Flieger, der bald in Serie produziert werden soll, seine Rennpremiere am 29. Juli in Istanbul erleben. Und Schrodt musste gestern noch mit seiner alten „Extra“ starten und konnte nicht zum Spitzentrio aufschließen.

Mit bis zu 500 Stundenkilometern jagten die einmotorigen Rennmaschinen mit ihren rund acht Metern Spannweite durch die 10 bis 14 Meter breiten Tore aus aufgeblasenen Segeltuch-Kegeln, die bei einer Kollision platzen würden, ohne das Flugzeug zu beschädigen. Dazwischen gab es Kunstflugfiguren wie die vertikale Rolle oder eine halbe „kubanische Acht“. Dabei mussten die Piloten die bis zu 13-fache Belastung ihres Körpergewichts verkraften. Für Fehler gab es Strafsekunden. Rund 90 Sekunden brauchten die Piloten für die rund 1,4 Kilometer lange Rennstrecke.

Verwaltungsvertreter, Flugleitung und Piloten analysierten gestern auch, wie es am Freitag zu der erheblichen Lärmbelästigung kommen konnte, die knapp unter dem genehmigten Höchstwert von 99 Dezibel lag. Extrem niedriger Luftdruck und eine hohe Luftfeuchtigkeit hatten offenbar zur Folge, dass sich der Schall besonders stark ausbreiten konnte, hieß es bei der Luftfahrtbehörde. Gestern herrschten den Angaben zufolge günstigere metereologische Bedingungen.

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