• Berlins modernste Klinik eröffnet in Buch Helios-Konzern investierte 200 Millionen Euro

Berlin : Berlins modernste Klinik eröffnet in Buch Helios-Konzern investierte 200 Millionen Euro

Neubau ersetzt die bisherigen fünf Standorte

Hannes Heine

Shoppen im Krankenhaus? Eine Einkaufsstraße in der Klinik? Mehr als 200 Millionen Euro hat der Krankenhauskonzern Helios in sein Klinikum im Pankower Stadtteil Buch investiert und damit eines der modernsten Krankenhäuser Europas geschaffen. Da gehört eine Magistrale mit Blumenhändlern, Lebensmittelgeschäften und Buchläden offenbar dazu. Ebenso wie der Hubschrauberlandeplatz und die großzügige Gartenanlage, die den roten Klinkerbau umgibt. Der gesamte Komplex wurde ohne Förderung des Landes Berlin gebaut.

Fast 300 Meter lang sind die Flure im neuen Helios-Klinikum. Fünf Etagen mit insgesamt mehr als 800 Betten warten auf Patienten. Durch mehrere Lichthöfe – sogenannte Atrien – gelangt viel Tageslicht in das Innere der Klinik. Bis zur Eröffnung in fünf Wochen muss jedoch noch viel getan werden: Die millionenteure Technik etwa habe man aus Sicherheitsgründen noch nicht vollständig im neuen Haus in der Schwanebecker Chaussee untergebracht. Darüber hinaus werkeln hunderte Arbeiter in den Zimmern des Hauses herum. Man brauche noch Zeit, schließlich wolle man Medizin mit Komfort bieten, sagen die Bauherren.

Schon am kommenden Sonntag lädt das neue Klinikum im äußersten Norden Berlins aber zum Tag der offenen Tür. Orientieren können sich die Besucher in dem geräumigen und lichtdurchfluteten Neubau an der Innengestaltung: Trakt B beispielsweise ist an seinem milden Moosgrün zu erkennen, Trakt C ist in Tomatenrot gehalten, während Trakt D durch leuchtendes Orange auffällt.

Problematisch ist noch die Verkehrsanbindung. Fast eine halbe Stunde dauert der Fußweg vom S-Bahnhof Buch, zum alten Standort mussten Besucher bisher nur knappe 15 Minuten einplanen. Doch das wird sich ändern. Mit den Verkehrsbetrieben habe man eine Verlegung der Buslinien vereinbart, sagte der zuständige Helios-Geschäftsführer, Jörg Reschke. Demnächst halte ein Linienbus, vom Bahnhof kommend, alle zehn Minuten vor den Toren der Klinik.

In jedem Trakt stehen Mitarbeiter an einer Rezeption für Fragen bereit, auch die Eingangshalle des Gebäudes wirkt ein wenig wie die Lobby eines großen Hotels. In 18 Sälen soll hier demnächst operiert werden. Helios versorgt jährlich bundesweit fast eine halbe Million Patienten, knapp 180 000 sollen pro Jahr im neuen Klinikum behandelt werden, davon bis zu 39 000 stationär. Bis zur Fertigstellung werden die Patienten aber weiterhin in den fünf verschiedenen Standorten in ganz Buch bleiben. Die 2000 Mitarbeiter müssten zwischen den einzelnen Gebäuden oft lange Wege zurücklegen, hieß es. „Im neuen Haus ist dann alles zentral“, sagte Gerlinde Behrendt, die seit 40 Jahren als Hebamme in Buch arbeitet.

Unklar ist, wie die bisherigen Standorte zukünftig genutzt werden sollen. Pläne des Konzerns, dort Verwaltungen unterzubringen, sind vorerst aufgegeben worden. Die Häuser des berühmten Architekten Ludwig Hoffmann sind denkmalgeschützt. Hannes Heine

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben