Berlin : Berlins neue Wahlkreise: Grüne setzen auf Renate Künast

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Die PDS verhält sich beim Thema Bundestagswahlkampf in Berlin sehr dialektisch. Klar ist die Strategie: Fünf Direktmandate - 1998 waren es vier - wollen die Genossen 2002 in den Wahlkreisen Lichtenberg / Hohenschönhausen, Marzahn / Hellersdorf, Treptow / Köpenick, Weißensee / Pankow / Prenzlauer Berg-West und in Friedrichshain / Kreuzberg / Prenzlauer Berg-Ost gewinnen. Doch bei taktischen Überlegungen halten sich die Genossen noch sehr bedeckt. Denn der neue Ost-West-Wahlkreis Friedrichshain / Kreuzberg gilt als Nagelprobe: Kann die Partei die Wählergunst im Westteil der Stadt erlangen? Die PDS weiß, dass dies nur ein Kandidat mit prominenter Außenwirkung schaffen könnte: Gregor Gysi. Doch der ehemalige Bundesfraktionsvorsitzende äußert sich dazu nicht. "Alles spekulativ." Bundespolitikerin und Berliner Landesvorsitzende Petra Pau will sich wieder um ein Mandat bewerben. 1998 gewann sie im damaligen Wahlkreis Mitte / Prenzlauer Berg knapp vor Wolfgang Thierse (SPD). Bei der Bundestagswahl 2002 wird sie als potenzielle Kandidatin für Weißensee / Pankow / Prenzlauer Berg genannt. Christa Luft und Manfred Müller, die 1998 in Friedrichshain / Lichtenberg und Hohenschönhausen / Pankow / Weißensee Direktmandate gewonnen hatten, werden nicht mehr antreten. Die PDS wird ihre Kandidaten Ende des Jahres aufstellen.

Ströbele will erneut kandidieren

1998 konnten die Grünen keine Direktmandate erlangen. Andrea Fischer (Hellersdorf / Marzahn), Christian Ströbele (Kreuzberg / Schöneberg) und Franziska Eichstädt-Bohlig (Charlottenburg / Wilmersdorf) zogen vor drei Jahren über die Landesliste in den Bundestag. Dass 2002 Verbraucherschutzministerin Renate Künast die Landesliste anführen wird, gilt als sicher. Andrea Fischer hält sich mit ihren Plänen noch bedeckt, aber Christian Ströbele und Bauexpertin Franziska Eichstädt-Bohlig bekundeten bereits Interesse an einer weiteren Kandidatur. Auch der 1998 über die Landesliste Sachsen in den Bundestag gewählte Werner Schulz orientiert sich wieder bei den Berliner Grünen und schließt eine Kandidatur nicht aus. Der neue Wahlkreis Friedrichshain / Kreuzberg ist auch für die Grünen wichtig: Intern kommt dort als Kandidat nur ein Vertreter des linken Flügels in Frage: Christian Ströbele, der im Landesverband aber nicht auf ungeteilte Unterstützung trifft. Auch die Grünen werden Ende des Jahres ihre Kandidaten wählen.

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