Berlin : Berlins neues Tierheim: "Risikopatienten" wurden lammfromm gespritzt

rcf

Betrieb seit fünf Uhr morgens, grelles Kameralicht und viele fremde Menschen. Vor allem für die 100 Hunde, die gestern vom alten ins neue Tierheim transportiert wurden, war das ein stressiger Tag. Deshalb waren auch Tierärzte am Ort. Insgesamt drei Hunden musste die Tierdoktorin Ute Markgraf Beruhigungsspitzen verpassen. Für einen Kreislaufkollaps sei es zwar am Morgen noch zu kühl, meinte Markgraf. Doch die Gefahr bestand, dass einige Hunde in der "Box zu sehr kreiseln und sich kleine Verletzungen zuziehen." Anfällig für Hysterie seien vor allem junge Mischlinge, von Natur aus etwas lebhafter. Es war die Aufgabe der Pfleger, die ihre Schützlinge genau kennen, "Risikopatienten" bei der Ärztin vorzuführen. "Im Notfall setze ich in den Oberschenkelmuskel eine niedrig dosierte sedierende Lösung, die sich Vetranquil nennt." Zwei bis drei Stunden lang seien die Tiere dadurch "dösig" und bekämen von der rütteligen Autofahrt nicht viel mit. Rassenspezifisch sei die Nervosität nicht, meinte die Ärztin. Es gebe sowohl bei den kleinen als auch bei den großen Arten "nervöse Typen". Außerdem werde die Aufregung rasch abebben. "Morgen früh haben sich die Hunde schon eingewöhnt." Bei den Katzen - die den Transport viel gelassener über sich ergehen ließen - könne die Gewöhnung an das neue Zuhause aber "bis zu einer Woche" dauern. In der letzten Ladung wurden die kranken Tiere transportiert - die asthmatische Hündin und die kastrierten Rüden mit der Halskrause.

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