Berlin : Berlins neues Wappentier: der Eisbär

Temperaturen wie im Gefrierschrank: Was alles passieren kann – und wie man sich schützt

Annette Kögel

Eiseskälte liegt über der Stadt. In der vergangenen Nacht sollte das Thermometer auf minus 18 Grad sinken, heute erwarten uns tagsüber auch nur höchstens minus 8 Grad. Also: Tee aufsetzen, Heizung hochdrehen, ab ins Solarium – oder? Ein Blick auf eine eisige Stadt.

Berliner Wasserbetriebe : Damit man die heiße Dusche aufdrehen kann, sind Teams rund um die Uhr im Einsatz. Eigentlich wurden die 7800 Kilometer Rohre „frostfest“ verlegt, sie verlaufen in 1,50 Meter Tiefe. Aber wenn versickertes Regenwasser gefriert, kann es Boden und Gussrohre sprengen.

Bewag: Sinken die Temperaturen auf etwa acht Grad unter Null, laufen die 13 Kraftwerke auch nachts auf Hochtouren. Die Minusgrade bringen aber weder die Bewag noch die Gehag aus der Ruhe. „Noch keine Heizungsausfälle“, heißt es bei der Wohnungsbaugesellschaft. Mehr Pech hatten die 300 Mitarbeiter im Rathaus Tempelhof. Erst am Mittag brachte ein neuer Brenner das ausgekühlte Haus wieder auf Betriebstemperatur.

Autofahrer: Der Schlüssel passt nicht mehr ins Schloss, die Tür ist fest. Auch die Batterie streikt. Die ADAC-Bilanz: 25 Prozent mehr Einsätze als im Winter üblich.

Kirchen: Wenn die Temperaturen so stark sinken, fallen einige Kirchen in den Winterschlaf. Hohe Hallen, fehlende Dämmung: Ab acht Grad ist einem Kirchgänger ein Gottesdienstbesuch nicht mehr zuzumuten, sagt ein Sprecher der Evangelischen Kirche. Deshalb flüchten Gemeinden wie jene der Christophorus-Kirche in Friedrichshagen in geheizte Räume – oder schließen ganz.

Getränkekäufer: Wer eine Glasflasche mit kohlesäurehaltigem Inhalt über Nacht im Auto lässt, muss mit einer bösen Überraschung rechnen: Schon ab minus fünf Grad kann die Brause alles sprengen. Milchige Polypropylen-Flaschen – etwa mit Ketchup – können schon ab null Grad Risse bekommen, die Flasche kann spröde werden und reißen, wenn sie unsanft abgestellt wird. PET-Flaschen dagegen sind winterhart: Sie reißen erst ab 100 Grad minus.

Für alle anderen: „Filzstiefel, wattierte Handschuhe, lange Unterhosen“, empfiehlt Uwe Ross vom Kühlhaus „Muk“. Auch Handwärmer aus dem Sportgeschäft helfen. Und Hautärzte raten: jede Menge fette Cremes.

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