Berlin : "Berlins Plus sind Kultur und Kongresse"

Ein Manager entdeckt ungenutzte Möglichkeiten

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Aus der Berliner Hotelbranche war lange kein Klagen mehr zu hören – ist das ein Zeichen großer Zufriedenheit?

Mit der Belegung sieht es schon recht gut aus, aber die Zimmerpreise sind noch längst nicht da, wo sie sein sollten. Berlin ist traditionell ein Ziel des Turnschuhtourismus, das haben die Billigflieger noch verstärkt. Wir werden die geplanten 20 Millionen Übernachtungen bis 2010 erreichen, da bin ich ganz sicher, aber es muss noch mehr getan werden.

Wie lässt sich die Gästestruktur verbessern?

Vor allem durch die Betonung des Kulturtourismus. Berlin hat da ein gewaltiges Pfund, das noch besser präsentiert werden muss. Ein wichtiger Schritt liegt darin, dass die Berlin-Tourismus-Marketing dafür in den nächsten drei Jahren zusätzlich je drei Millionen Euro zur Verfügung hat. Ebenso wichtig ist aber das Kongressgeschäft. Die Teilnehmer von Großkongressen können erwarten, dass sie von der Stadt aufgenommen und freundlich begrüßt werden, und daran ist noch viel zu verbessern. Außerdem muss die Unsicherheit über die Zukunft des ICC weg – ich bin dafür, dass es erhalten bleibt. Es ist nun mal eines der größten Kongresszentren überhaupt.

Was kann Berlin noch tun, um sich für den Tourismus fit zu machen?

Das Erscheinungsbild, die Sauberkeit, da ist noch viel zu tun. Wir bemühen uns laufend, allen Verantwortlichen, den Bezirken, dem Senat, aber auch den Anrainern, klarzumachen, wie wichtig der Zustand der öffentlichen Plätze und Anlagen für die Touristen ist.

Die Hotels haben ihre Hausaufgaben gemacht?

Wir sind in allen Kategorien vom Zwei- bis zum Fünf-Sterne-Luxushaus hervorragend aufgestellt und können auch Großkongresse einwandfrei über die Bühne bringen. In den nächsten Jahren kommen noch einmal ein paar tausend Zimmer hinzu – das ist für die Hotels nicht gut, weil es den Preisdruck erhöht. Aber den Gast freut es natürlich.

Das Gespräch führte Bernd Matthies.

Willy Weiland (59)

ist General Manager des Hotels Intercontinental und als Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Berlin oberster Repräsentant der Hotelbranche der Stadt.

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