Berlins Polizei : Radarwagen, bitte draußen bleiben!

Berlins Polizisten dürfen die Landesgrenze überqueren, um Verbrecher zu jagen. Bernd Matthies begrüßt das Übereinkommen mit den Nachbarn - hat aber einen kleinen Wunsch.

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Polizei im Einsatz. Künftig können Beamte aus Brandenburg auch an Berliner Tatorte eilen und umgekehrt.
Polizei im Einsatz. Künftig können Beamte aus Brandenburg auch an Berliner Tatorte eilen und umgekehrt.Foto: dpa

Nur im TV-Krimi sind Berlin und Brandenburg eins. Die Kommissare rasen immer irgendwo in Kreuzberg los, sind aber zwei Minuten später mitten in der märkischen Heide. Sie eilen Alleen auf und ab, schießen durchs Kieferngeäst – und schreiben die Protokolle später wieder mit Blick auf den Fernsehturm. Wie realistisch ist das denn? 

Daran, dass Berliner Polizisten nicht in Ludwigsfelde oder Falkensee ermitteln, wird sich aber auch in Zukunft nichts ändern. Doch es ist bemerkenswert, dass knapp 25 Jahre nach der Wende ins Land gehen mussten, um eine einfache Übereinkunft zu erreichen: Die Beamten dürfen nun bei der sogenannten Nacheile und anderen dringenden Bedürfnissen die Landesgrenze überschreiten, ohne erst irgendwas mit drei Durchschlägen und Stempel auf den Weg zu bringen.

Die Feuerwehr macht das schon lange so und verfährt nach dem Prinzip, dass der kürzeste Weg zum Brandort der beste ist. Man könnte nun fragen, warum ...

Aber das führt in Berlin dann meist doch zu nichts. Wir fragen nicht mehr, warum etwas so lange schlecht war, wenn es nur besser wird. Wenn dennoch eine Hoffnung formuliert werden darf: Die Radarwagen an den Ausfallstraßen, mit denen Brandenburg auf dem Umweg über die Berliner Autofahrer einen großen Teil seines Landeshaushalts finanziert – die sollen bitte draußen bleiben.

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