Berlins Regierender Bürgermeister : Michael Müller setzt auf Tipps aus Los Angeles

Berlins Regierender Bürgermeister ist zu Besuch in Los Angeles - beim Demokraten Eric Garcetti. Dort hofft er auf technologische Inspiration.

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Michael Müller hofft auf gute Tipps aus Los Angeles
Michael Müller hofft auf gute Tipps aus Los AngelesFoto: imago/Hoffmann

Vor einem knappen Vierteljahr saßen die Bürgermeister von Los Angeles und Berlin zusammen und unterhielten sich über ihre beiden Städte. Und es gab viel zu bereden: denn Demokrat Eric Garcetti und sein sozialdemokratischer Kollege Michael Müller stehen zwei Städten vor, die wenig miteinander gemein haben, außer, dass es fast unmöglich ist, den Überblick über sie zu behalten.

Wann immer aber Garcetti von seiner Stadt erzählte, zückte er sein Smartphone und zeigte es dem Regierenden einfach. In Zahlen, Daten, Fakten, Grafiken. Alles in einer App. Alles für jeden jederzeit zugänglich. Das erinnert stark an die Berliner „Smart City Strategie 2015“, in der es heißt: „Daten und Infrastrukturen sind das technologische Rückgrat einer Smart City.“ Was bisher fehlte, war die technische Lösung und genau der könnte Müller nun einen Schritt näher gekommen sein. Gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation der Berliner IHK stand der Gegenbesuch bei Garcetti in Los Angeles an und traf Müller auch auf Jack Dangermond, den Chef von „Esri“. Jenem Unternehmen, das die Daten künftig aufbereiten helfen könnte.

Zentrale Plattform zum Austausch

Esris Konzept: eine zentrale Plattform für den Austausch von Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung. Dort sollen die Daten der Stadt miteinander verbunden, verfügbar gemacht – in einem öffentlichen und einem geschützten Bereich für die Verwaltung. Dazu könnten künftig beispielsweise die Positionen von Ladesäulen für E-Autos genauso fallen, wie Karten für Bauland und bezahlbaren Wohnraum, Straßensperrungen, Veranstaltungen in der Nachbarschaft. Die dazu notwendigen Informationen kämen dann aus den Datenbanken der Stadt. Bürger sollen durch Esri aber auch ohne IT-Kenntnisse selbst in die Lage versetzt werden, die Daten aufzubereiten und zu sortieren. In der Theorie könnten sie dann mit Problemen und Wünschen, die sich aus diesem Wissen ergeben frühzeitig an die Verwaltung herantreten und bis auf Kiezebene hinunter datenbasierte Initiativen starten.

So jedenfalls der Plan, denn so funktioniert der sogenannte „GeoHub“ von Esri derzeit in Los Angeles. In Berlin unterstützt Esri bereits seit vielen Jahren die Feuerwehr, die Wasserbetriebe und Grünflächenämter technologisch.

Sonnig, 18 Grad. Der Regierende trägt das Jackett leger über die Schulter – so fühlt sich Kalifornien an.
Sonnig, 18 Grad. Der Regierende trägt das Jackett leger über die Schulter – so fühlt sich Kalifornien an.Foto: Sidney Gennies

Esri hofft nun, diese Partnerschaft deutlich auszubauen. In der Senatskanzlei ist man dem gegenüber sehr aufgeschlossen, wie Björn Böhning vorab durchblicken ließ. Und auch zahlreiche Mitglieder der Delegation der Berliner Wirtschaft waren sich einig, dass Berlin noch viel von Los Angeles lernen kann. Müllers Gespräch mit Esri-Chef Dangermond waren vertraulich. Das ist ein gutes Zeichen.

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