Berlins SPD-Fraktionschef : Raed Saleh kritisiert Sigmar Gabriel

Raed Saleh hat den SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert. Es dürfe nicht das Ziel sein, die Union "mit neoliberalen Vorschlägen rechts zu überholen", die SPD habe ihren Kompass verloren; eine Idee für eine Kanzlerkandidatin hat er auch schon.

Verschwommenens Profil: Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh warf der Partei vor, "den politischen Gegner zu kopieren".
Verschwommenens Profil: Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh warf der Partei vor, "den politischen Gegner zu kopieren".Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

"Willy Brandt hätte sicher andere Antworten gefunden als Sigmar Gabriel. Die Partei ist extrem verunsichert." Mit Aussagen wie dieser hat der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh für Aufsehen gesorgt.

Sie stammen aus einem Interview, das er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gab. Darin kritisierte Saleh nicht nur die Parteispitze, sondern auch den Kurs in der Griechenland-Diskussion.

"Es darf nicht unser Ziel sein, die Union mit neoliberalen Vorschlägen rechts zu überholen. Die SPD hätte als Mittler auftreten sollen", sagte Saleh. Allerdings sei der Partei ohnehin "der Kompass verlorengegangen", es fehle ihr an Glaubwürdigkeit.

Ausdruck dessen sei beispielsweise die politische Verortung: "Mitte heißt nicht, den politischen Gegner zu kopieren."

Kanzlerkandidatin Gesine Schwan?

Saleh forderte Veränderungen ein - nicht nur bei den Konzepten, sondern auch personell. Dafür brachte er auch die frühere Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, ins Gespräch. Sie habe "in der Griechenlandfrage klare Positionen vertreten, auch gegen den Mainstream".

Sie komme seiner Meinung nach auch für das Kanzleramt in Frage: "Wenn ich mir einen Kandidaten backen könnte, wäre das eine Person wie Gesine Schwan. Sie verkörpert Haltung und Glaubwürdigkeit." (stb)

Lesen Sie auch Gesine Schwans Interview mit Tagesspiegel Zehlendorf "Die Fixierung auf die schwarze Null schadet unserem Land" sowie den Leitartikel von Stephan-Andreas Casdorff: "Der SPD ist ein Kanzlerkandidat abhanden gekommen."

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