Berlin : Berlins SPD mag’s nicht schwarz-rot

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Ein bundesweiter Mitgliederentscheid, um nach der Bundestagswahl eine große Koalition von SPD und CDU abzusegnen? Die Berliner Sozialdemokraten, die mehrheitlich den linken Flügel der Partei repräsentieren, reden darüber gar nicht gern. Auch SPD-Landeschef Jan Stöß schweigt. Nach der Wahl wird der Vorstand der Berliner Sozialdemokraten am Montag über die eigene Position beraten.

Am Freitag tagt dann der Konvent der Bundespartei, dem der linke Berliner SPD-Abgeordnete und Bundestagskandidat Daniel Buchholz angehört. „Das Wahlergebnis wird voraussichtlich knapp ausfallen, mehrere Koalitions-Optionen sind möglich“, sagte er dem Tagesspiegel. Es gebe zu viele Unwägbarkeiten, um sich vorzeitig festzulegen. Damit meint er interne Debatten in der SPD, die mangels einer erkennbaren Mehrheit für Rot-Grün zunehmend auf ein Bündnis mit der CDU gucken.

Vielen Sozialdemokraten in Berlin ist das unrecht. Noch im August plädierten Vertreter des linken Parteiflügels öffentlich für Rot-Rot-Grün im Bund. Auch SPD-Landeschef Stöß warnte vor einem Monat die Parteispitze davor, sich auf eine große Koalition einzulassen. Der Landesverband ist nun mal geprägt von der zehn Jahre währenden Zusammenarbeit mit der Linkspartei im rot-roten Senat. Die Koalition mit der CDU seit 2011 gilt als Betriebsunfall. Ulrich Zawatka-Gerlach

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