Berlin : Berlins Straßenlage: Autos können weiter durch den Spandauer Forst fahren

Rainer W. During

In Spandau werden vorerst keine weiteren Straßenverbindungen ins Umland geöffnet. Aber auch keine bestehenden Trassen geschlossen, wie es einstmals gefordert wurde. "Wir konzentrieren uns auf den Ausbau der Schönwalder Allee", sagt Baustadtrat Carsten Röding (CDU). Hätte er damit vor einigen Jahren noch wahre Proteststürme ausgelöst, regt sich inzwischen fast niemand mehr darüber auf.

Beim "Ausbau" geht es ohnehin nur um den 300 Meter langen Abschnitt vor der Landesgrenze. Dort gibt es bisher nur eine Fahrspur, der Gegenverkehr muss in Buchten ausweichen. Während auf Brandenburger Seite die Steinerne Brücke erneuert wird, fällt die Entscheidung über die Straßenverbreiterung in Spandau erst im nächsten Jahr.

Als SPD und Grüne noch die Mehrheit im Bezirk bildeten, hatten sie beschlossen, dass die gleich nach dem Mauerfall geöffnete Schönwalder Allee als Waldstraße wieder geschlossen wird, wenn die Nordverbindung über die Niederneuendorfer Allee wieder hergestellt ist. Davon ist drei Jahre nach Eröffnung der Trasse in Richtung Hennigsdorf keine Rede mehr. Seit fest steht, dass für eine alternative Querverbindung nach Schönwalde weder in Berlin noch in Brandenburg Geld vorhanden ist, steht die durch den Stadtforst führende Allee nicht mehr zur Disposition. Dagegen ist die frühzeitig verworfene Öffnung des Oberjägerweges bis heute kein Thema.

Im Süden wurde mit der Verlängerung der Sakrower Landstraße in Kladow für die Buslinie 697 nach heftigen Diskussionen auch eine Freigabe für den Individualverkehr durchgesetzt. Ungelöst ist dagegen die sowohl von Spandau als auch vom benachbarten Groß Glienicke befürwortete Wiederherstellung des Krampnitzer Weges, der noch am Kladower Campingplatz endet. Auf beiden Seiten fehlt für den Lückenschluss das notwendige Geld. Weitere Straßenverbindungen "sind im Augenblick nicht aktuell für uns", sagt Stadtrat Röding.

Außerdem würden in Brandenburg noch drei verschiedene Varianten für die Anbindung an die Landesstraße L 20 nach Potsdam diskutiert. An die künftige Trasse der Ortsumgehung von Falkensee soll auch die Verlängerung des Brunsbütteler Dammes angeschlossen werden, die auf Spandauer Seite gegenwärtig mit Hilfe von EU-Mitteln zur Erschließung des auf dem ehemaligen Flugplatz Staaken entstehenden Gewerbegebietes erfolgt. Das Verbindungsstück vom Falkenseer Gewerbegebiet Süd über den zu Dallgow gehörenden Teil des Areals hin zur B 5 lässt allerdings noch auf sich warten.

Am Falkenseer Veto sind indessen die Spandauer Intentionen gescheitert, die seit dem Mauerbau unterbrochene Verbindung Finkenkruger Weg/Pestalozzistraße wieder herzustellen. Ein erneuter Vorstoß bei den Nachbarn sei nicht vorgesehen, erklärt Röding. Die leeren Kassen erlaubten dem Bezirk kaum, die vorhandenen Straßen zu reparieren.

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