Berlins Tankstellen senken Preise weiter : Sprit noch billiger

Der weltweite Preissturz beim Rohöl spiegelt sich an Berlins Tankstellen wider: Samstagabend purzelten die Preise weiter.

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Bei diesen Preisen tankt man gerne nach. In Berlin fielen die Preise für Diesel und Benzin am Samstagabend weiter.
Bei diesen Preisen tankt man gerne nach. In Berlin fielen die Preise für Diesel und Benzin am Samstagabend weiter.Foto: dpa

An den Tankstellen in Berlin ärgerten sich am Samstagabend jene Autofahrer, deren Tanks voll waren: Die Preise sanken weiter. Um 19.15 Uhr wurden beispielsweise die Schilder einer Jet-Tankstelle im Südosten der Stadt weiter nach unten korrigiert. Diesel gab es jetzt statt für 1,119 Euro für 1,109. An derselben Tankstelle füllten Berliner ihren Tank mit E-10-Benzin für 1,23 Euro, Super gab es für 1,28 Euro.

Spekulationen um Spritpreise

Wie berichtet, fallen die Preise auf dem Rohstoffmarkt weiter. Die Gründe: Einerseits lahmt die Weltwirtschaft und mit ihr auch die Nachfrage nach dem Rohstoff. Andererseits feiern die USA seit geraumer Zeit einen Öl-Boom im eigenen Land. Die Förderung von Schieferöl haben die Amerikaner in der Ölversorgung fast unabhängig vom Weltmarkt gemacht, und den Wegfall der USA als wichtigen Kunden spüren andere Öl-Nationen deutlich. Der dritte Grund für die Preisflaute ist eng mit dem weltweit größten Öl-Exporteur verbunden: Saudi-Arabien. Der Golfstaat weigert sich seit Monaten, seine Förderquoten herunterzufahren und damit den Ölpreis zu stützen. Warum die Regierung das ablehnt, ist Gegenstand wilder Spekulationen. Die Saudis wollten einen Preiskampf mit den USA anzetteln und die Förderung von Schieferöl unrentabel machen, lautet eine Theorie. Die amerikanische Frackingtechnik ist aber inzwischen so ausgereift, dass manche Öl-Förderer in den USA bereits ab 70 Dollar pro Barrel profitabel wirtschaften können, wie das US-Marktforschungsinstitut IHS feststellt.

Aktion gegen Russland?

Andere wiederum sehen geopolitische Interessen als Grund für die saudischen Weigerung zum Markteingriff. Nikolaj Patruschew etwa, Chef des russischen Sicherheitsrates und Berater von Präsident Wladimir Putin, sieht Absprachen und eine dunkle Verschwörung hinter dem Preisverfall. Saudis und Amerikaner, so Patruschew, hätten gemeinsame Sache am Ölmarkt gemacht und versuchten, Russland mit der Preisflaute in die Knie zu zwingen.

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