Berlin : Berlins Theaterbetonte Schulen

Kaum eine Schulwoche in Berlin vergeht ohne Theater- oder Musicalpremieren. Meist stehen hinter den Inszenierungen einzelne schauspielbegeisterte Lehrer, manchmal hat sich aber auch ein Großteil des Kollegiums dem Theater verschrieben.

Während in den weiterführenden Schulen „Darstellendes Spiel“ anerkanntes Unterrichtsfach ist, kann es in den Grundschulen nur als Arbeitsgemeinschaft angeboten oder im Deutschunterricht verankert werden.

ZUSÄTZLICHE FÖRDERUNG

Drei Berliner Grundschulen sind offiziell als theaterbetont anerkannt. Das bedeutet, dass sie – ähnlich wie die sport- oder musikbetonten Schulen – zusätzliche Geld- und Personalmittel bekommen. Bei der Erika-Mann-Grundschule (Utrechter Str. 25-27, Wedding, Tel. 450 85 510) und der Spreewald-Grundschule (Pallasstr. 15, Schöneberg, Tel. 75 60 71 51) war die Theaterarbeit von Anfang an darauf angelegt, dass sie auch als Sprachförderung für Migranten dienen sollte. Einen anderen Ursprung hat das Theaterprofil der Lisa- Tetzner-Grundschule (Hasenhegerweg 12, Buckow, Tel. 60 45 065). Hier ebnete der theaterbegeisterte Lehrer Michael Assies seit 1985 den Weg hin zum Theaterprofil. Er organisiert in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) auch spezielle Fortbildungen für Lehrer, die regelmäßig „überlaufen“ sind, wie Assies berichtet.


ALLE MACHEN MIT

Die Besonderheit der Schulen mit anerkanntem Theaterprofil ist, dass alle Klassen einbezogen werden. So haben etwa an der Lisa-Tetzner-Schule die ersten, zweiten, fünften und sechsten Klassen jeweils eine zusätzliche verpflichtende Unterrichtsstunde, die dem Theaterspiel gewidmet ist. Die dritten und vierten Klassen schauspielern in den sieben Theater-AGs, die auch anderen Klassenstufen offenstehen. Die Erfolge sind immens: Wie viele Auszeichnungen und Einladungen zu Theatertreffen die Schule schon bekommen hat, kann nicht einmal Konrektorin Marina Gallien sagen. Aktuell sind die Drittklässler mit ihrem Stück „Der kleine Angsthase“ zum Kindertheatertreffen nach Magdeburg eingeladen. Zuletzt wurde Assies’ Inszenierung „Das Camp“ ausgezeichnet. Es war unter anderem beim Edeka-Schultheaterwettbewerb im Theater des Westens zu sehen.


WEITERE SCHULEN

Neben den drei genannten anerkannten und zusätzlich geförderten „Theater- Grundschulen“ gibt es noch weitere Schulen, die sich für ein Theaterprofil entschieden haben. Zu ihnen gehört etwa die Peter-Paul-Rubens-Grundschule in Schöneberg. Sie hat das Theaterprofil direkt von der Uckermark-Grundschule übernommen, nachdem diese mit der Barnim-Grundschule zur Rubens-Schule fusioniert worden war. Wenn man herausfinden will, ob es an den Schulen, für die man sich interessiert, ein Theaterprofil gibt, kann man dies in den Schulporträts nachlesen, die für jede Schule im Internet stehen – unter www.berlin.de/sen/bildung/schulverzeichnis_und_portraets. Außerdem hat etwa jede vierte Berliner Grundschule eine aktive Theater-AG. Allein am Neuköllner Theatertreffen der Grundschulen beteiligen sich Jahr für Jahr rund 50 Schulen, die inzwischen aus ganz Berlin kommen. sve

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